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Sonntag, 26. März 2006

Religionsfreiheit

Darf das Grundrecht auf freie Wahl der Religion bestehen, wenn die Ziele der Religion auf die Abschaffung des Staates abzielen?


Das Grundrecht auf Religionsfreiheit ist auf der Grundlage der europäischen Erfahrungen gewachsen und meinte wahrscheinlich in erster Linie christliche Religionen und stellte durch dieses Grundrecht alle anderen Religionen auf dieselbe Stufe.

Dabei stellt sich aber die Frage, ob ein Staat Bewegungen tolerieren kann, die sich als Ziel setzen, eben diesen Staat zu übernehmen ohne auf demokratische Legitimation zu achten.

Eine vom Staat tolerierte Organisation müsste diese Toleranz dem Staat gegenüber erwidern.

Zitat aus Wikipedia: Der Islam teilt die Welt in zwei Gebiete, zum einen das „Gebiet des Islam“ Dar al-Islam" title="http://de.wikipedia.org/wiki/Dar_al-Islam">Dar al-Islam" target="_blank">http://de.wikipedia.org/wiki/Dar_al-Islam">Dar al-Islam, in dem der Islam schon herrscht, und in das „Gebiet des Krieges“ Dar al-Harb" title="http://de.wikipedia.org/wiki/Dar_al-Harb">Dar al-Harb" target="_blank">http://de.wikipedia.org/wiki/Dar_al-Harb">Dar al-Harb.

Es gibt aber auch sehr viele anderslautende Texte, zusammengefasst unter http://de.wikipedia.org/wiki/Glaubensfreiheit

Religionen erscheinen nicht in jeder Epoche gleich. Tolerante Zeiten sind ebenso zu beobachten wie Zeiten der Verfolgung und Intoleranz. Man beruft sich eben auf einen anderen Teil der überlieferten Schriften.

Warum muss ein Staat überhaupt demokratisch organisiert sein? Die Anwort dafür ist ganz einfach: Der Mensch kann sich irren, die öffentliche Meinung kann sich irren und nur die Möglichkeit, dass wir diesen Irrtum revidieren können, gibt uns die Chance unsere Richtung zu verändern. Und diese Möglichkeit bietet nur die Demokratie, deren jeweilige Machthaber diese Macht nur auf Zeit übertragen bekommen. Lang genug, um sich beweisen zu können, kurz genug, um das Land nicht ins Chaos zu stürzen. Der für wissenschaftliches Arbeiten notwendige Falsifizierbarkeit muss sich auch die Gesellschaft stellen. http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Popper

Demokratische Systeme scheinen viel weniger anfällig gegen kriegerische Auseinandersetzungen. Das ist aber auch eine Schwäche, weil sie mit wenig Begeisterung diese eigenen Ideale zu verteidigen vermögen.

Gott und Religion

Religion ist ein Kulturphänomen, Gott braucht keine Kultur.


Religion ist eine Schöpfung des Menschen zwecks Beschreibung Gottes, sie versucht Antworten auf die Sinn- und Existenzfrage zu geben.

Gott ist aber ein Begriff, der über allen Erklärungen stehen muss. Sein Rätsel steht jedem Menschen unabhängig seiner eigenen Religion offen zur Beantwortung. Menschen ohne Religion können Gott ebenso erschließen wie Theologen.

Ich meine sogar, dass es einer Religion nicht zusteht, Gott einengend zu definieren. Es zeugt eigentlich von einer sehr präjudizierenden Gewalt, konkrete Ereignisse auf dieser Welt mit "Gott" oder "Gottes Willen" gleichzusetzen und damit gleichzeitig alle anderen Zugänge - bei aller demonstrierten Toleranz - als weniger richtig einzustufen.

Wie mehr allgemeingültig könnten die Botschaften von Jesus von Nazareth sein und von wie viel mehr Menschen könnten sie angenommen werden, würde man sie nicht auf eine Stufe mit Gott stellen, eine Stufe, die wir mit unseren Mitteln nicht erfassen können und die Menschen aller Weltgegenden auf ihre Weise definieren und die sie natürlich nicht aufgeben wollen.

Wären die Botschaften des Jesus von Nazareth einfach nur Botschaften eines genialen Menschen, wären sie mehr wahr als in der derzeitigen Vereinnahmung durch einem Glauben.

Mittwoch, 22. März 2006

Menschenopfer

Eigentlich ist die Opferung eines Mitglieds einer Sippe ein Nachteil aus der Sicht des Überlebens der Sippe, dennoch wurde es praktiziert. Warum?


Die Opferung eines Mitglieds einer Gemeinschaft scheint eigentlich ein Nachteil beim Kampf ums Überleben zu sein.

Alles, was geschieht, was nicht der Mensch macht, geschieht durch Gott. Daher wird auch der Tod (selten ein natürlicher Tod, meist Jagdunfälle, Tierangriffe, Kälte, Hitze usw.) durch Gott bewirkt; es sind unabwendbare Ereignisse, keine Zufälle.

Der Grund für den Tod eines Sippenmitglieds wird nicht in dessen Schwäche oder dessen Krankheit gesehen sondern geschieht durch Gott, weil alle Dinge, die geschehen, die man nicht selbst macht, eben durch Gott geschehen.

Der Mensch nimmt daher an, dass Todesfälle durch Gott bewirkt werden und jetzt meint er, dass er dessen unabwendbares Tun vorwegnehmen könnte, indem er ausgewählte Mitglieder der Sippe opfert; er nimmt ihm sozusagen "Arbeit" ab. Es geschieht ohnehin, dass Menschen sterben. Man kann es nicht verhindern. Man kann aber die Reihenfolge des Sterbens festlegen und erlangt dadurch einen Vorteil.

Wir sagen heute: um die Götter milde zu stimmen. Ich denke, der Mensch glaubte an einen Vorteil, weil er praktischerweise alte und schwache Mitglieder geopfert hat und damit meinte er, dem ohnehin zu erwartenden göttlichen Tun durch sein Opfer zuvorzukommen und die wertvollen aktiven Mitglieder der Gruppe zu schützen.

Ein Qualitätsvorteil.

Es war daher vielleicht gar kein Nachteil für die Gruppe, weil man ja Alte und Kranke durchbringen muss. Wenn man sie aber opfert, hat die Gruppe gleich zwei Vorteile: sie spart Nahrungsmittel und sie nimmt Unabwendbares vorweg indem sie den wertvollen, kräftigen Mitgliedern das Überleben ermöglicht.

Es handelt sich daher keineswegs um Mord, sondern um das Wahren der Vorteile für die Gruppe.

Es gibt aber eine bessere Interpretation der Menschenopfer in indianischen Kulturen, denn der Umstand, dass die Besten (Jüngsten) geopfert wurden, kann man zwar als besondere Verehrung Gottes verstehen, der Gottesbezug wurde aber wahrscheinlich benutzt, um dem Volk die Notwendigkeit glaubhaft zu machen.

Der wahre Grund könnte aber gewesen sein, dass man sich gegen eine zu starke Bevölkerungszunahme nicht anders helfen konnte. 

Die christliche Religion hat das cleverer durch Klostergründungen gelöst und ebenso, wie die archaischen Religionen der Indianer durch einen Gottesbezug für die Betroffenen erträglicher gemacht.