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Samstag, 29. April 2006

Über die Evolution

Evolution ist etwas Permanentes: es gibt Wasserstoffwolken wie zu Zeiten des Urknalls, die sich noch nicht zu einem Stern zusammengezogen haben. Ein Komet, der die Erde trifft, würde die Evolutionsgeschichte in unserer Welt für eine Zeit zurück an den Start werfen.


Leben in unserem Sinne erfordert unsere Bedingungen in diesem Universum. Universum ist kein Ausgangspunkt sondern das, was wir jetzt als solches erkennen. Eine Voraussicht in dieser Sache ist nicht notwendig, denn es ist ja die Stärke des Zufalls, durch zufällige Konstellation Situationen zu schaffen, die absolut unerwartet sind und nur statistisch aber niemals konkret erfassbar sind. Wozu sollte es gut sein, das Heute voraussehen zu müssen? Warum sollte etwas wie unser Leben vorausgesagt werden oder worden sein? In der Welt, die sich gebildet hat, ist Leben in unserem Sinne möglich, also gibt es das Leben.

Die Notwendigkeit zur Voraussicht hat nur der Mensch, weil er Sicherheit will. Zufälle sind unplanbar, daher unternimmt der Mensch alles, um die Zukunft vorauszusagen. (Wetter, Wahlprognosen, Börsenkurse, Wahrsagen, Leben nach dem Tod usw.). Die Evolution hätte einen großen Nachteil, würde irgendetwas in der Zukunft ihre Entwicklung bestimmen: sie könnte ihre größte Stärke, mögliche Fälle aufzuzeigen, nicht ausspielen. Welches Leben, welche Intelligenz sind denn gewünscht? Die Evolution findet sie heraus; wenn man sie lässt.

Wir können nicht ausschließen, dass es anderswo auch Leben gibt und das muss ja nun überhaupt nicht so ausschauen wie bei uns. Den ersten Seefahrern muss mindestens so sonderbar vorgekommen sein, einen Dodo zu sehen oder ein Känguru oder eine Kragenechse wie wir uns eventuelle Marsmenschen vorstellen.

Genau genommen muss dieses Leben auch nicht zwingend eine Kohlenstoffwelt sein; es gibt andere 4-wertige Elemente (Silizium, Germanium..), die möglicherweise unter anderen Temperaturbedingungen ähnlich komplexe Strukturen erlauben wie es der Kohlenstoff tut (wenn auch Biologen das eher verneinen).

Aus dieser möglichen Vielfalt von Lebensformen ist eine bestimmte Konstellation wie die auf der Erde nicht eine notwendige Bedingung, andere Konstellationen wären dazu auch in der Lage. Man muss auch bedenken, dass unsere Biosphäre (Wasser, Wetter, Sauerstoff) nicht einfach da waren sondern durch frühe Lebensformen entstanden sind, die wir gar nicht mehr kennen. (Missing Link-Problem) Diese "Viecher" haben keine Spuren hinterlassen.

Es gibt einfachste Programme, deren Existenzfeld der Bildschirm eines PC ist und deren Aufgabe es ist, zu überleben und sich bei Gelegenheit zu vermehren und die als "Futter" andere Species verwenden, die dort auch existieren (andere Mannschaft). Natürlich tun das die anderen ebenso.

Österreich schlägt England 12:0. Leider nicht im Fußball sondern im Roboterfußball. Dieses Ergebnis zeigt die Brutalität einer erfolgreichen Art. Die in der Lage ist, einen Konkurrenten vollständig aus dem Weg zu räumen.

Kennen Sie den Algorithmus des "Kehrroboters"?

Die Situation: ein Raum auf dessen Boden Mist verstreut ist. Sein Auftrag lautet: kehren (=schieben), bis die Last zu groß ist, dann eine beliebige, zufällige andere Richtung wählen und weitermachen. Der Kehrroboter hat keine Ahnung, was er tut und wozu das letztlich gut ist. Umso erstaunlicher ist das Ergebnis: der ganze Mist des Raumes wird ordentlich auf einen ganzen Haufen irgendwo im Raum geschaufelt.

Nehmen wir einmal an, dass wir in der Rolle des wenig wissenden Roboters sind aber ein eingeprägtes Ziel, nämlich "überleben" (egal ob Individuum, Stamm, Art) haben. Unsere Handlungen konzentrieren sich daher zuerst auf unseren unmittelbaren Auftrag: überleben. So ganz nebenbei erledigen wir aber einen impliziten Auftrag der Evolution, der uns aber nicht bekannt ist.

Laut Gödel ist das Ziel für uns möglicherweise nicht erkennbar, weil es immer Aussagen über das System gibt, die wir nicht treffen können, in Analogie zum Satz, den ein Kreter spricht: "Alle Kreter sind Lügner."

Der Roboter arbeitet auf ein Ziel hin, ohne es eigentlich zu kennen.

Wir arbeiten auf ein Ziel hin, ohne es eigentlich zu kennen. Anders als der Roboter haben wir aber das Potenzial uns eventuell asymptotisch dem Verständnis des Sinns zu nähern.

Zufallsgenerator

Kein Zufallsgenerator am PC kann wirklichen Zufall nachbilden. Der Unterschied scheint für irdische Anwendungen gering zu sein, für evolutorische Dimensionen ist der Zufallsgenerator aber lächerlich regelmäßig. Das mindert nicht seine Wichtigkeit in der Kryptografie und anderen technischen Bereichen. Beispiel: Eine Zufallsgenerator mit 16 Zellen (nicht ganz unüblich in der Technik) hat eine Periodendauer von 65635, die maximale Anzahl aufeinander folgender "Kopf"-Würfe ist 16. Die gewürfelte Folge wiederholt sich alle 18 Stunden, wenn man pro Sekunde einmal wirft. Aber für Experimente ist das schon ganz schön.

Probieren Sie einmal mit jemanden das Experiment und sagen Sie eine zufällige Folge von 0110001100000000000000001. Jede Null ist "Kopf". Der Zuhörer wird bei der langen Folge von Nullen ziemlich bald sagen, dass es das nicht gibt. Besser noch: lassen Sie ihn selbst eine zufällig Folge aufsagen: es wird keine so lange Folge dabei sein. Der Grund: der Mensch strebt nach Regelmäßigkeit, er meidet den Zufall wo es geht.

Warum das so ist? Die Antwort kränkt die menschliche Eitelkeit, wähnt er sich doch als intelligent. Wiederkehrende Strukturen können wir uns merken, Dinge ohne Redundanz können wir uns nicht merken. Wir sind einfach zu dumm.

Wer hat das Programm mit all seinen Bestandteilen geschrieben?

Ich glaube nicht, dass es ein Programm gibt. Die letzten Fragen scheinen trotz immer höherer Standpunkte, die uns die großen Philosophen ermöglichen, nicht wirklich erreichbar und Kurt Gödel bestärkt uns in dieser Skepsis (sinngemäß: ein Individuum eines Systems kann das System nicht vollständig beschreiben; nur ein Außenstehender kann das.)

Da wir Menschen ebenfalls über "Geist" und "Intelligenz" verfügen, sind wir offensichtlich auch dazu in der Lage, diesen "Sinn" langsam aber sicher entschlüsseln zu können. Also genau das, was die modernen Wissenschaften bereits mehr oder weniger erfolgreich versuchen.

Da bin ich pessimistisch. Die Zeiträume sind viel zu groß, so dass wir uns nicht als "Global Player" sondern nur als ein Glied in einer langen Folge von Entwicklungsschritten sehen dürfen.

Wie entwickelt sich aus dem Ei das Individuum?

Das Geniale an der Sache ist, dass man bei einfachen Zellteilungen immer ein Duplikat des Originals erhält und die Variationsmöglichkeiten gering sind. Dagegen wird bei der geschlechtlichen Vermehrung nur ein Plan weitergegeben und wie das dann ausschaut, kann man an gelungenen Häusern und weniger gelungenen Häusern sehen (unter der Annahme gleicher Baupläne) weil trotz aller Festlegungen im Plan der Baumeister immer noch sehr viele Freiheitsgrade hat. Und diese Unterschiede sind es dann, die dazu führen, dass der besseren Baumeiter mehr Kunden hat.

Die im Ei gespeicherte Information ist noch etwas raffinierter als ein einfacher Plan; es ist ein "Bootstrapping" der komplexesten Art. Die Eizele teilt sich. Auf dieser Stufe unterscheidet sie sich nicht von einem Einzeller. Der Auftrag dazu ist derselbe, wie jener im Einzeller. Auf einfachen Teilungsprinzip wird eine zeitlang aufgebaut, bis so viele Zellen vorhanden sind, dass eine Wurmstruktur aufbaubar ist (eine Verdauungsröhre), jetzt beginnt sich der Plan zu ändern, weil genug Zellen vorhanden sind, um ihnen je nach Lage eine andere Funktion zu geben usw. Kurz, der Embryo durchläuft eine Folge von Stadien, die im Prinzip der Evolution der Art folgen, und es beginnt tatsächlich beim Einzeller, kommt zum Wurm, Fisch, Lurch, Säugetier. Diese Entwicklung hat aber an dieser Stelle keineswegs ein Ende, denn der kleine Mensch durchläuft in seiner Kindheit und Ausbildung die Entwicklung der Menschheitsgeschichte (wenn auch stark vereinfacht). Man beginnt grob gesagt mit elementaren sozialen Verhalten, dem Lesen und Schreiben, dem Rechnen usw.

Diesen Vorgang kann man in der Computertechnik ebenso beobachten. Die Entwicklung der Hardware entspricht der Entwicklung des Embryos, das Starten des PC entspricht seiner Kindheit und Erziehung. Der normale Computerbesitzer wird sich dessen auch bewusst, wenn auch nur sehr vage. Einerseits entscheidet er die Art (PC oder MAC oder andere), er erwirbt ein Kind, oft nur einen Säugling, wenn nichts vorinstalliert ist. Beobachten Sie einen Startvorgang: zuerst sehen Sie einen Black-Screen (je nach PC-Fabrikat) werden hier gewisse elementaren Tests gemacht, der Speicher ist weitgehend leer, es gibt auch keine Betriebsmittel, ihn zu verwalten. Würde man ihn an dieser Stelle stoppen, hätten wir ein Wesen, das zwar zum Sehen, Hören und Fühlen ausgestattet ist (je nach Ausstattung), die Information aber nicht verarbeiten kann. Danach folgt (bei Windows) ein Blue-Screen, der bereits in der Lage ist den Speicher zu verwalten und daher weitere Programmteile nachlädt. Danach kommt das VGA-Logo, d.h. der PC kann sich bereits im Modus 640x480 präsentiere, danach kommt der endgültige Treiber der Bildschirmkarte. Zwischendurch werden zahllose Treiber eingesetzt, die die endgültige Funktion fixieren. Die Programme sind dann gewissermaßen "die Schule" für den PC, wobei es mannigfaltige "Schulformen" gibt.

Als Nicht-Biologe kann man natürlich eventuelle Entgegnungen nicht entkräften, es ist aber ein gutes Modell, das man auch als Nicht-Fachmann verstehen kann. Ich habe von Biologen gehört, dass sie dem nicht zustimmen, dass die Entwicklung der Art im Embryo nachvollzogen wird aber es ist auch beim PC so, dass das nicht in alle Details exakt passt, weil man gewisse Dinge vernachlässigt, überspringt oder anderswie löst aber die große Linie dürfte schon stimmen.

Eine Kuriosität, die heutige EDV-Fachleute nicht mehr kennen, war das Booten der frühen Computer. Man muss sich vorstellen, dass heutige PCs einen Festwertspeicher besitzen, der früher technologisch nicht möglich war. Wenn jetzt der Kernspeicher seine Information verloren hat, musste man ganz vom Anfang beginnen und da im Computerspeicher tatsächlich keine einzige Programmzeile vorhanden war, musste man über eine vorhandene Binärtastatur etwa 30 Befehle händisch in den Kernspeicher laden. Danach war der Computer in der Lage, einen einfachen Lochstreifen zu laden. Der erste so geladene Lochstreifen versetzte ihn in die Lage, Programme zu lesen und das dann geladene einzige Programm versetzte den Computer erst in die Lage etwas Sinnvolles zu tun.

Ein häufiger Einwand für all diese Techniken ist, woher denn das Konzept stamme.

Zuerst ist einfacher, für alle unsere Beobachtungen ein einziges Konzept zugrunde zu legen und nicht verschiedene. Wenn wir daher ein Konzept finden, das seit Beginn der Zeit bis zum Kugelschreiber angewendet werden kann, dann wäre es sonderbar anzunehmen, dass es singuläre Punkte geben sollte, wo andere Prinzipien gelten sollten.

Schöpfungsgedanken aller Art scheinen mir deswegen unlogisch, denn wenn ein Endzweck tatsächlich verfolgt werden würde, warum dieser Umweg über Jahrmilliarden Entwicklung von Materie und Millionen von Jahren für die Entwicklung von Leben und Jahrtausende für die Entwicklung von Intelligenz? Ist es nicht frustrierend, nur Werkzeug jemandes zu sein?

Wenn alle Beobachtungen uns zeigen, wie eine bestimmte Eigenschaft aus einer vorgegebenen Situation gebildet wird und dadurch eine Entwicklungsrichtung entsteht, dann wurden alle Prinzipien inklusive aller Naturgesetze auf diese Art gebildet. Wir wundern uns über den Umstand, dass unsere Art von Leben nur in einem sehr kleinen Intervall der Anfangsbedingungen hat entstehen können, daher kommt auch gleich die Annahme von etwas Gelenktem. Was aber, wenn auch unser bekanntes Universum eben einer von mannigfaltigen Versuchen ist, zu etwas Entwicklungsfähigem zu kommen? Eine Art überdimensionaler Münzwurf, der eben erfolgreich verläuft oder nicht. Das Ergebnis ist nicht "Kopf oder Adler" sondern, "ergibt das Sinn oder nicht?". Wenn nicht (zum Beispiel beim statischen Universum oder beim kollabierenden Universum und falsch eingestellten Konstanten gibt es eben einen Restart, weil erfolglos).

Die Suche nach Gott wird eine Ewige sein, denn wenn Gott etwas ist, das über unser Vorstellungsvermögen geht, dann können wir es eben als beschränkte Wesen nicht denken. (Ontologie) Pessimistisch gesagt hat es auch keinen besonderen Sinn, außer man schöpft aus irgendeiner Projektion (als Gläubiger) ein Kraft daraus.

Die Kirche und die Gentechnik

Warum bestehen Bedenken gegen die Veränderung der Genstruktur der Nachkommenschaft in eine bestimmte Richtung?


Der religöse Grund mag sein, dass man in Gottes Plan nicht eingreifen soll. Das ist aber ein wenig hilfreicher Standpunkt, denn was tun Menschen, die diesem Gottesverständnis nicht folgen? Eine solche Aussage der Kirche hat auf diese Menschen sogar einen negativen Einfluss.

Ein viel wichtigeres Argument, das sich aber mit dem des göttlichen Plans deckt, ist jenes, dass der Mensch keine Vorstellung hat von der Kraft einer zufälligen Veränderung einer Genbotschaft. Er hat einfach nicht die Phantasie dazu.

Was wollen denn die Menschen als Nachkommen? Gutes Aussehen, hohe Intelligenz und was sonst noch alles am Wunschzettel steht. Was sie aber nicht wissen, ist, wohin der Weg gehen kann. Der Mensch extrapoliert einfach die Gegenwart und meint, höhere Intelligenz oder besseres Aussehen sei a priori der Grundstein für ein besseres, erfolgreicheres Leben. Allein an diesen beiden Beispielen kann man aber auch zeigen, dass das keineswegs der Fall sein muss.

Zum Beispiel führt gutes Aussehen dazu, dass man als Person bei Schlüsselsituationen besser behaupten kann (Bewerbungen, Partnersuche usw.), es besagt aber nicht, dass man dann diese Position, die man wegen des besseren Aussehens erlangt hat, auch entsprechend ausfüllt. Es kann im Gegenteil sein, dass gut aussehenden Menschen von den Kindesbeinen an alles in den Schoß fällt, mit dem Ergebnis, dass Anstrengung für sie fast unbekannt ist und wenn dann tatsächlich einmal der Hut brennt, diese Menschen dieser Situation, wo es dann nicht mehr auf das gute Aussehen ankommt, versagen, weil sie einfach dafür nicht vorbereitet sind.

Wenn hohe Intelligenz allein der geheime Schlüssel zu Reichtum oder Macht wäre, dann müssten die Clubs der intelligentesten Menschen gleichzeitig auch die Spitzen der Gesellschaft als Mitglied haben. Das ist aber keineswegs so. Die hier geforderten Fähigkeiten dürften vielfältiger sein, als wir uns das ausmalen können.

Freitag, 28. April 2006

Missing Links

Wenn an einer bestimmten Stufe der Evolution eine quasi unmögliche Auswahl stattfinden müsste, dann fehlen uns in der Folge der evolutorischen Schritte offensichtlich Glieder (Natürlich wäre es auch legitim zu sagen, dass dort die Evolution anderswie funktioniert hätte. Warum aber sollte das so sein? Warum sollte ein bisher nicht beobachtetes Prinzip wirksam werden, wo dieses doch in anderen Bereichen auch nicht beobachtet werden kann. Gravitation ist ja auch überall, wo Körper sind; ohne Ausnahme.)


Beispiel 1: Wenn es einfachste Wesen gibt, die bereits die Fähigkeit haben, sich zu ernähren, d.h. umgekehrt auch anderen das Futter wegzunehmen oder gar diese zu fressen, dann wird es bei Mutationen zu erfolgreichen Arten kommen, die ihre jeweiligen Konkurrenten so radikal vernichten (etwa im Sinne einer Monopolbildung), dass wir im Nachhinen keine Hinweise auf diese Stufen mehr erkennen. Die Beobachtung zeigt, dass diese Urtierchen "aus dem Nichts" entstanden wären. Aber es kann sein, dass alle ihre Vorstufen wegselektiert wurden. Wir wissen daher nicht, wie genau diese Wesen entstanden sind, weil uns die Vorstufen dazu fehlen.

Beispiel 2: Nehmen wir an, ein Volk in der Zukunft würde auf der Müllhalde der Geschichte Ausgrabungen in Europa durchführen und Reste eines Handys finden. Das einige Jahrzehnte weiter zurück liegende Fundstück wäre etwa ein Kurbeltelefon. Es wäre sehr erstaunt, wie rasch aus dem simplen drahtgebundenen Telefon ein hochkomplexes Handy werden konnte. (Wir wissen, dass eine ganze Ära der drahtlosen Telegrafie/Telefonie von den Funksprüchen der Titanic über die Radiosender, den zweiten Weltkrieg, die ersten Fernseher, die Elektronik, die Mikroelektronik, der Computer alles evolutorische Stufen dazwischen waren aber wegen der zeithistorischen Kürze des Evolutionsvorgangs und dem Fehlen von Fundstücken aus dieser Zeit sieht man nur einen gigantischen Schritt, der mit Zufall allein nicht erklärbar ist.

Der Unterschied zwischen 1 und 2 sind die betrachteten Zeithorizonte. 1 mag eine Million Jahre gedauert haben, 2 aber nur 100 Jahre, wie wir wissen.

Was also ist der Mensch eigentlich? Er ist eine Beschleunigungsmaschine für die Evolution.

Und wozu braucht man die? Ich glaube dass wir ein Versuch der Natur sind, das Endliche in der Welt zu überwinden. Nicht als Individuum sondern als Art. Wir müssen in der Lage sein, kosmische Zufälle zu überwinden, wollen wir überleben. Noch sind wir nicht in der Lage dazu. Ein solcher Versuch der Evolution ist misslungen, wie wir am Beispiel der Saurier wissen. Vielleicht schaffen wir es! Sonst halt die Nächsten, vielleicht hier, vielleicht anderswo.

Und wozu? Nicht dass ich das wüsste, aber es schaut für mich so aus. Jedenfalls erfreuen wir uns allein daran, es zu ergründen. Es macht uns Spaß.

In diesen Tagen feiert man Kurt Gödel, den genialen Mathematiker. Nach seinen Aussagen muss man in vielen dieser Fragen eher pessimistisch sein, denn die Zahl der Erkenntnisse unseres Systems ist gigantisch im Vergleich mit jenem Teil davon, den wir erschließen können.

Donnerstag, 27. April 2006

Zufall und Evolution

Es ist grenzenlos unwahrscheinlich, dass irgendetwas, was wir kennen (ein Text, eine Musik, ein Wesen), durch einen reinen Zufallsprozess entstehen könnte. Die Wahrscheinlichkeiten dafür sind so klein, dass man sie praktisch nicht in Zahlen ausdrücken kann. Im folgenden Buch wird so argumentiert (Link).


Das ist aber auch gleichzeitig der Punkt, der von Kritikern ganz falsch eingeschätzt wird. 

Der Satz "to be or not to be" entsteht ja nicht aus irgendeiner Ursuppe, sondern erst in dem Kontext eines menschlichen Zeitalters unter ganz bestimmten kulturellen Voraussetzungen. Und in diesem Zusammenhang gesehen, ist die Anzahl der möglichen Sätze nicht mehr unendlich groß. Viele Dinge sind sogar eher wahrscheinlich, sie liegen sozusagen "in der Luft". 

In der evolutorischen Geschichte der Welt spielt der Zufall jeweils auf einer ganz bestimmten Stufe eine evolutorische Rolle. Andere Merkmale sind bereits in der vererbten Geschichte so verankert, dass sie in der Zufallsauswahl keine Rolle mehr spielen.

Nehmen wir zum Beispiel ein Pantoffeltierchen, dessen Pigmentierung einem Zufallsprozess unterliegt. Wenn eine bestimmte Farbe keine Rolle spielt, werden wir vielleicht solche Wesen mit verschiedenen Farben beobachten. Wenn es aber ein Vorteil ist, dass sich das Tier vor grünem Hintergrund nicht abheben soll, um nicht gefressen zu werden, werden alle Individuen dieser Art in kürzester Zeit grüne Farbe annehmen. Man sieht, dass keineswegs alle variablen Parameter einer Änderung unterliegen. Manchmal geht es einfach um die Farbe, manchmal um die Form usw.

Hat die Pantoffeltier-Population das Pech, dass sich der Hintergrund verändert, hängt ihr Weiterbestand davon ab, ob sie ihren Standort wechseln können oder die Farbe ändern können. Wenn nicht, Pech gehabt...

Shakespeare hätte nicht Schiller-Text schreiben können, Mozart keine Strauß-Walzer, weil ihre jeweiligen Repertoires aus denen ihre Phantasie ausgewählt hat nicht grenzenlos war sondern im Kontext ihrer jeweiligen Kultur an gewisse Regeln ihrer Zeit gebunden war. Darum erkennen wir auch Rokoko-Musik ganz einfach. Eben weil sie nicht unendlich vielfältig ist. Und nur dadurch können wir überhaupt existieren.

Der Zufall gibt die Entwicklungsrichtung vor, indem er neue Formen ermöglicht. Die Umgebung wählt die besten dieser Formen aus, indem sie sie bewertet.

Man Markt gibt es zum Beispiel 20 Digitalkameras in der Preisklasse 300 Euro, alle mit vielen Ideen und Möglichkeiten ausgestattet. Aber diese Möglichkeiten sind nicht unendlich. Sie bauen auf auf den gegebenen Technologien, den verfügbaren Bauteilen und der Phantasie ihrer Entwickler. Wir, die Kunden entscheiden dann (ganz unblutig, weil wir den reinen Darwin hinter uns gelassen haben), welche Modelle "überleben".

Die Selektion erfolgt nicht aus einer schier unendlichen Auswahl von Möglichkeiten sondern nur zwischen 20 Modellen.

Der Zufall bietet an, die Selektion wählt aus. Und diese Kombination bestimmt selbst die Richtung. Das ist der Plan und sonst nichts.

Ohne Zufall keine Evolution aber auch ohne Selektion keine Evolution.

Denken wir an die Planwirtschaften des ehemaligen Ostblocks. Ein Waschmittel war im Allgemeinen genug. Eine Art Milchmädchen-Rechnung. Es fehlte einfach an der zufälligen Auswahl, daher gab es auch kaum eine optimierte Entwicklung, daher der wirtschaftliche Rückstand.

Wozu Kriege?

"Sie breiteten ihren Picknickkorb auf einer schönen Lichtung im Auwald aus. Überall Blüten, Grün, zwitschernde Vögel...".


"Sie machten eine Pause während ihres Bummels in der Fußgängerzone und beobachteten das bunte Treiben der Menschen, das friedliche Miteinander einer multikulturellen Stadt."

Bilder, die von Waldmüller oder von einem Urlaub am Meer stammen können. Sie vermitteln Entspanntheit, Frieden, Urlaub oder wenigstens Freizeit. Allerdings ist der Rahmen für die Romantik der handelnden Personen Kampfgebiet pur. Unsere Rast im Auwald oder die Rast auf der Bank in der Fußgängerzone findet in einer Zone des brutalen Wettbewerbs statt. Hier um Licht, jeden Quadratzentimeter eigenen Reviers, die Wohnung in der Baumkrone, besseren Boden, dort der tägliche Kampf um Kunden, den besseren Standort, das bessere Angebot. Hier aber geht es um das reine Überleben eines Individuums, einer Art, dort aber der Kampf einer Idee, eines Produkts mit einem anderen, ein Wettbewerb, der nicht die Gene des Individuums vernichtet oder gar die ganze Population sondern nur eine Geschäftsidee, ein Produkt. Welch ein Fortschritt, der Mensch muss nicht mehr als Idee seiner selbst in den Kampf sondern lässt seine Geschäftisdee, sein Produkt an seiner Stelle den Kampf austragen.

Wie steht es aber mit den Kriegen? Hier stimmt diese These nicht, hier scheint sinnloser Tod an Stelle zielgerichteter Selektion getreten zu sein. Nicht ganz; die Idee, die es hier zu vertreten gilt, ist ja nicht der einzelne sondern ein Staat, dessen Repräsentanten einander die Köpfe einschlagen. Und warum? Weil man auf der Ebene der frühen Horden, späteren Stadtstaaten, und den modernen Staaten die Hierarchie die Organisationsform einer Horde zugrundegelegt hat. Jene mit einem Häuptling, der anfangs durch eine körperliche und geistige Überlegenheit seine Führungsansprüche in der Gruppe durchgesetzt hat. Da es aber sehr mühsam ist, diese Position immer wieder zu erkämpfen, trat Machtanspruch durch Abstammung an die Stelle der Bestimmung des optimalen "Leithengstes". Solche hierarchischen Systeme bilden nun einen Markt, ob sie wollen oder nicht. Äußere Selektoren können vielfältig sein: Unterschiede im Wohlstand, Neid, Rache, Not, Gier (des jeweiligen Herrschers) und schon wird unter den Häuptlingen ein Machtkampf fällig, so, wie es auch schon in der Affenhorde der Fall ist. Das Unangenehme ist aber, dass die Menschen selbst es sind, die diesen Kampf auszufechten haben.

Ob es hier einen Ausweg gibt? Wahrscheinlich keinen endgültigen aber die Erkenntnisse der letzten Hundert Jahre lassen uns Hoffnung schöpfen, als man erkannt hat, dass Regierungsformen, die sich nicht selbst in Frage stellen, sowohl der allgemeinen Entwicklung des Landes als auch der friedlichen Absichten eines Landes gegenüber anderen entgegen stehen. 

Karl Popper hat diese Grundlagen entwickelt und die Verbreitung von Demokratien in der Welt würde eine friedliche Welt begünstigen. Ob man allerdings jede Autokratie mit militärischer Gewalt beseitigen kann und damit meint, der Idee der Demokratie Vorteile zu verschaffen, ist eine andere Frage. Die Idee der Demokratie hat ja eine lange, blutige Vergangenheit, die zu bewältigen war, bevor es soweit war. (Das gilt übrigens auch für andere Segnungen der westlichen, wenn man sie in andere Kulturen verpflanzen wollte).

Gott würfelt nicht

Die Beziehung der Wissenschaftler zu Religion wird in einem Artikel des Sonntagsblatt "Gott würfelt nicht"http://www.sonntagsblatt.de/artikel/1998/41/41-s7.htm zusammengefasst.


Allerdings dürfte das Originalzitat gelautet haben "I cannot believe that God plays dice with the cosmos." und es soll nicht religiös gemeint gewesen sein. http://fxw.de/rtner/gott_wrfelt_nicht.htm

Gotthold Ephraim Lessing wetterte: "Das Wort Zufall ist Gotteslästerung. Nichts unter der Sonne ist Zufall." Möglich. Vielleicht würfelt Gott tatsächlich nicht. Dennoch scheint der Zufall bei vielen Entdeckungen eine tragende Rolle zu spielen.

Den Zusammenhang zwischen atomarer Welt und einem Objekt unserer Welt verdeutlicht Schrödingers Katzenexperiment http://www.heise.de/tp/r4/artikel/18/18228/1.html. Es veranlasste Einstein zu der Bemerkung "Raffiniert ist der Herrgott, aber boshaft ist er nicht!" und dem bekannteste aller Zitate: "Gott würfelt nicht!"

Gott würfelt

Es gibt wenige Theorien, die so widerspruchsfrei und anerkannt sind wie die Evolutionstheorie. Es gibt - sofern die Fachleuten nicht irren - kein Phänomen der biologischen und kulturellen Evolution, das nicht mit Mitteln der Evolutionstheorie erklärbar wäre. Sie ist Gegenstand universitärer Ausbildung und wird von Biologen nicht in Frage gestellt. (Mit religiösen Motiven argumentierende amerikanische Exoten einmal ausgenommen.)


Ich habe zum Beispiel das Buch von Rupert Riedl "Strategie der Genesis" studiert und da man sich ja bekanntlich nicht mit allem beschäftigen kann, nehme ich daher diese Forschungsrichtung als unbestritten an. Rupert Riedl

Das Interessante an der ganzen Sache ist für mich der Zufall an sich. Er ist eine Grüße, die Macht und Ohnmacht einer eventuellen Schöpfung gleichzeitig in sich trägt. Macht, weil in zufälligen Ereignissen (anders als in regelmäßigen und daher vorhersagbaren) ein bis zu extrem hoher Informationsgehalt liegt. Der Informationsgehalt zufälliger Ereignisse und chaotischer Systeme ist so groß, dass sie die Wahrnehmungsfähigkeit des Menschen weit übersteigen. Der Mensch kann sich in chaotischen Systemen nicht zurechtfinden. Er orientiert sich an Ordnungen, er errichtet sich selbst auch eine geordnete Welt, um mit der verfügbaren Kapazität seines Gehirns zurechtzukommen. Er meint daher auch fallweise, dass in der bestehenden Ordnung auch Gott erkannt werden kann, er kann es sich einfach nicht anders vorstellen. Jemand, der eine so große Ordnung herstellen kann, muss etwas Besonderes sein, Gott eben. Dabei haben Tiere praktisch dasselbe Problem wie der Mensch und haben noch dazu eine geringere Gehirnleistung. Das Gegenmittel, das Tiere verwenden sind daher einfachere geometrische, farbliche Strukturen, sofern es um optische Erkennung geht (Bunte Vögel, Fische..., markante Laute).

Alle menschlichen Strukturen (außer Glücksspiele und Kriege) werden so errichtet, dass gefährliche Zufälle möglichst vermieden werden, ohne sie allerdings wirklich ausschließen zu können. Wäre unsere Welt daher tatsächlich fehlerfrei (frei von störenden Zufällen), gäbe es keinerlei Entwicklung (und bis zu diesem Punkt, dass sich das jemand überlegen kann, wäre es auch gar nicht gekommen).

Die Ohnmacht der Schöpfung ist, dass nichts was hier in dieser Welt geschieht einen unmittelbaren Grund hat, den man mit "Gottes Wille" bezeichnen kann. Gott (wenn er denn existiert) weiß also nicht, was eigentlich passieren wird, er hat ja einen mächtigen Gehilfen. 

Die Ohnmacht besteht darin, dass alle Elemente nach dem Urknall, wie immer sie sich weiterentwickeln sollten, diesen Weg allein auf sich gestellt zurücklegen. Der Zufall bestimmte die Anordnung gigantischer Wasserstoffwolken, die sich später unter der Wirkung der Gravitation zu Sternen und Sternhaufen verdichteten und eben auch allen anderen Strukturen, die wir heute kennen.

Die Macht der Schöpfung ist aber der Zufall selbst. Jede auch noch so kleine Struktur (Quark - Atom - Molekül) ist in gewisser Weise autark, seine Existenz bewirkt Raum, den es gegen andere Strukturen behaupten muss. Gravitation (=Raumkrümmung durch die Massen) bewirkt eine Zusammenballung in jenen Bereichen, die zufällig etwas mehr der Atome enthält. (ähnlich wie der Roboter-Versuch des kehrenden Roboters, der mit einem ganz einfachen Algorithmus ausgerüstet, es schafft, ohne weitere Anweisung alle Abfälle in einem abgeschlossenen Areal auf einen großen Haufen zu schaufeln.) Zufällig sind die Atome deshalb angeordnet, weil eben "niemand" hinter ihnen steht. Sie sind einfach irgendwo. Kleinste Unregelmäßigkeiten genügen, Konzentrationen zu erzeugen, weil die Gravitation diese sogleich verstärkt.

Man kann zeigen, dass eine regelmäßige Anordnung der Urbausteine unser Universum gar nicht hervorbringen kann; dieses kann nur durch Chaos entstehen, denn dadurch können sich höherwertige Strukturen bilden. Jede noch so kleine Asymmetrie in einer ursprünglichen Anordnung (Urknall) muss dazu führen, dass manche Teilchen aus der Reihe tanzen und dadurch zu verschiedenartigen Konzentrationen führen.

Die meisten Objekte dieser Welt haben daher in ihrer räumlichen und zeitlichen Relation miteinander nichts zu tun, sind unkorreliert. Sie haben keinen "Bewacher", der ihr Schicksal steuert. Dieser "Jemand" müsste ja, wenn er ein bestimmtes Zusammentreffen "arrangieren" wollte, gegebene physikalische Gesetze ausschalten. Genau genommen hängen natürlich alle Objekte über den Zeitursprung zusammen, doch auch über weniger lange Zeiträume wird man quasi Unabhängigkeit dieser Objekte im Sinne einer Korrelliertheit der Bewegung annehmen können.

Der Zufall haftet also nicht nur den kleinsten Teilchen (Atomzerfall, "Gott würfelt nicht") an, sondern auch in allen makroskopischen Objekten an. Siehe Beispiel von "Schrödingers Katze".

Lessing hat einmal gesagt, dass es keinen Zufall gäbe. Was wir meinen, dass Zufall ist, wäre Gottes Wirken.

Eigentlich müsste man diesen Satz ablehnen. Anderseits gibt es aber - zumindest für mich - keinen Widerspruch zwischen einem nicht näher definierten "Gott" und der Aussage, etwas geschehe zufällig. 

Eine aktuelle Situation zweier Objekte (Passant, Dachziegel) könnte rein theoretisch bis an den Ursprung aller Zeiten zurückverfolgt werden, und begründen, warum der Dachziegel den Passanten tritt; wegen des Schmetterlingseffekts ist das aber in der Gegenrichtung (in die Zukunft) nicht möglich. Das ist derselbe Effekt, der in Urzeiten auch bei kleinsten Störungen beobachtbar gewesen sein muss.

Ich neige daher derzeit zu der Ansicht, dass Einsteins Ausspruch eigentlich heißen müsste "Gott würfelt".

Dienstag, 25. April 2006

Wie tickt der Mensch?

Wie sehr der Mensch an erlerntem Wissen hängt (auch wenn es offensichtlich falsch ist) zeigt das eindrucksvolle Experiment vom vielarmigen Banditen. Es zeigt, wie wenig wir bereit sind, erlernte Fähigkeiten aufzugeben (Offenbarungen, Lebensweisen, Tugenden, Fehler, Essen und Trinken ...) D. Wright


Die Fußnote bei diesem Artikel wird durch den Artikel im folgenden Artikel illustriert: Link

Sonntag, 23. April 2006

Mein Gott ist ...

... nicht jener der Religionen, denn er benötigt keinen Glauben, nur Staunen.


Mein Gott ...... ist ewig
 ... ist allgegenwärtig
 ... ist nicht allmächtig
 ... vergisst nichts
 ... ist in allen Dingen, Wesen, Abläufen
 ... kennt keine Religion
 ... schärft die Sinne
 ... ist der Motor alles Seins
 ... ist die Hebamme der Welt aber kein Schöpfer
 ... ist Wegweiser
 ... ist gütig und unbarmherzig zugleich
 ... kennt nicht Gut und Böse
 ... zwingt zum Handeln
 ... macht die Welt nicht besser
 ... belohnt nichts und bestraft nichts
 ... weiß nicht, dass es mich gibt
 ... weiß nicht, was ich tue
 ... merkt sich alle seine Handlungen; ewig
 ... weiß eigentlich nichts, ist aber überall
 ... steht über allen anderen Göttern
 ... verspricht nichts und muss daher auch nichts halten
 ... bestraft nichts, er handelt einfach
 ... ist ein Rätsel
 ... braucht keinen Glauben
 ... verträgt auch andere Götter neben ihm
 ... hat keine Ethik und auch keine Moral
 ... ist unendlich tolerant
 ... hat Zeit
 ... macht Unmögliches möglich
 ... kennt nur die Vorwärtsbewegung
 ... strukturiert die Zeit
Meinem Gott ...... kann man nicht entsprechen
 ... kann man es nie ganz Recht machen
 ... kann man sich nicht unterwerfen
 ... muss man keine Gotteshäuser bauen
 ... sich zu entziehen bedeutet, nicht zu leben
 ... begegnen, bedeutet sich beim Fenster hinaus zu lehnen
 ... entkommt man nicht
Meinen Gott ...... verstehen ist nicht schwer
 ... zu lieben ist nicht nötig
 ... kann man sehen ohne glauben zu müssen
 ... erkennt man an seinen Taten

Freitag, 21. April 2006

Harmonie oder Chaos

Christen - oder besser die Fundamentalisten und ihnen - glauben, dass wegen der sichtbaren Harmonien in der Welt es zwingend ist, dass es Gott gibt. Man kann aber auch der genau gegenteiligen Ansicht sein.


Ich erinnere mich noch gut an meinen Religionsunterricht in dem Sätze fielen wie "Es gibt Blumen, also gibt es Gott... uvam.". Schon als Schüler der damaligen Unterstufe konnte ich dieser Logik nicht folgen obwohl mir keineswegs klar war, wie eine Rose entsteht.

Gläubige Menschen sehen in der Schönheit und Zweckmäßigkeit der Natur Absicht und Schöpfung.

Dinge, die man nicht versteht, muss man glauben.

Genaugenommen ist aber jede Regelmäßigkeit in der Welt eine Reduktion der Vielfalt des Chaos. Eine total chaotische Umgebung könnten wir nicht begreifen, weil sie zu komplex ist. Und das, was wir wahrnehmen: Erde, Himmel, Sterne, Natur... ist keineswegs nur chaotisch. Es ist eine Mischung aus geregelten und ungeregelten Bestandteilen.

Wegen der Wiederholung einzelner Elemente sind wir überhaupt erst in der Lage, sie zu benennen, zu erkennen und wieder zu erkennen. Wie oft muss ein archaischer Mensch den Sonnenauf- und untergang beobachtet haben, bis ihm die Gesetzmäßigkeit klar wurde.

Beobachten wir selbst, wie wir unsere Umwelt gestalten: eine Wohnung, eine Stadt, einen Park: Baukästchenwelten mit großer Wiederholungsrate der einzelnen Elemente Einrichtungsgegenstände, Häuser, Beete, Alleen. Nur in dieser einfachen Form finden wir uns mit dem minimalsten Orientierungsaufwand in der Welt zurecht und verirren uns nicht - wie Hänsel und Gretel - im Wald.

Wir reduzieren den Aufwand der Orientierung indem wir den Informationsgehalt der Umgebung reduzieren.

Und genau diese regelmäßige Welt empfinden wir als ästhetisch und erkennen darin das Wirken Gottes. Ein von unsichtbarer Hand geschaffenes Wunder, dessen Werkzeug wir selber sind.

Umgekehrt erhöhen wir aber auch ständig die Komplexität unserer technischen Welt und wieder entgleitet uns das Verständnis dafür. Wir benutzen zwar Handys, Eisenbahnen, das Fernsehen. Kaum jemand, der aber diese Technologien wirklich versteht.

Wie sehr sind wir also vom mittelalterlichen Menschen entfernt, der die Dinge der Welt einfach als gottgeschaffen glaubte? Auch wir müssen unsere eigene Schöpfung mangels tieferen Verständnisses einfach glauben. Ein Glaube an den Gott Fortschritt.

Unverständlich aber ist, warum wir Gottes Werkzeug nicht sehen und glauben, dass es unveränderlich geschaffen wurde, wo es doch permanent neu entsteht, wenn auch mit einer für Menschen nicht vorstellbarer Langsamkeit. Daher scheint es uns statisch.

Wer kennt nicht die romantischen Schilderungen romantischer Wälder, friedlicher Wiesen mit fröhlichem Vogelgezwitscher? Was daran ist wahr? Nichts! Dieses scheinbar friedliche Nebeneinander ist in Wirklichkeit reines Kampfgebiet um Licht, Luft, Partner, Überleben.

Wer letztlich überlebt und damit die Entwicklungsrichtungen bestimmt, entscheidet der Zufall. Er erscheint unbarmherzig und gütig zugleicht, je nach Standpunkt und ist letztlich wertfrei, er ist einfach da. Er übt eine ungeheure Macht aus, gegen die man sich nur durch seine Eliminierung entziehen kann.Wenn man es aber tut, verschwindet jede Entwicklung. Entwicklung ist nur durch das Wirken des Zufalls möglich.

Die moderne Quantenphysik zeigt uns, dass alles, was wir uns vorstellen können, eine überaus reduzierte Version der tatsächlichen kosmischen Ordnung ist. Dass es diese Ordnung geben muss, können Menschen berechnen. Wenn wir zu dem Schöpfer dieser Ordnung Gott sagen, wird und klar, wie unendlich großartig er sein muss, wenn er diesen Kosmos erschaffen hat. Und wie fast blind wir durch seine Schöpfung gehen, weil wir fast nichts begreifen. Der mittelalterliche Mensch und wir modernen Menschen unterscheiden uns in der Skalierung der Schöpfung nur minimal. Was uns komplex erscheint, ist trivial im Licht des Kosmos. Und vielleicht haben wir noch Jahrtausende Zeit, das System oder Gott zu erkennen, trotzdem werden wir dem Schöpfungsprinzip nicht nahe kommen. Was also bleibt ist der religiöse Glaube. Die Bereitschaft zum Glauben ist vielleicht wirklich ein notwendiger Instinkt, den wir mitbekommen haben, um wenigstens erahnen zu können, dass es da etwas gibt, das über unseren Kosmos "wacht".

Mittwoch, 19. April 2006

Zufallsgeneratoren

Ein Zufallsgenerator erzeugt zufällige Zahlenfolgen, wobei man davon bei Betrachtung des geringstwertigen Bit jeder Zahl auch eine binäre Folge aus Nullen und Einsen ableiten kann.


Eine solche Folge kann zum Beispiel so ausschauen:

010011101000011.010011101000011.010011101000011

Periode: 15 Bit

Längste Null-Folge: 4

Der Zufallsgenerator wird durch rückgekoppelte Speicherzellen hergestellt. Die Anzahl der Speicherzellen sagt, wie groß einerseits die Periode des quasi-zufälligen Vorgangs ist und anderseits die Größe der längsten zusammenhängen Folge von Nullen (oder Einsen).

Je zufälliger der Zufallsgenerator arbeitet, desto größer die Periode, desto größer aber auch die längste zusammenhängende Folge von Nullen (oder Einsen).

Benutzt man daher einen Zufallsgenerator mit 32 Speicherzellen, erhält man eine Periodendauer von 2^32-1=4294967295 und eine längste Folge von 32 Nullen. Das ist aber noch gar nichts Besonderes.

Stellen wir uns jetzt vor, dieser Zufallsgenerator würde einen Münzwurf simulieren (0=Adler) und wir begännen zufällig auf den Beginn der langen Nullfolge. Ein Mensch der 32 mal das Fallen der Münze auf "Adler" beobachtet, wird bereits nach wenigen Würfen der Versuchsanordnung misstrauen, denn nach seiner Vorstellung von Zufall ist ja irgendwann auch "Kopf" fällig.

Allerdings kommt aber diese lange Folge von Nullen nur sehr selten vor (ein Mal in 4294967295 Würfen). Wenn man daher pro Wurf eine Sekunde veranschlagt, dann dauert die zufällige Folge dieses Generators etwa 136 Jahre und irgendwann in dieser Zeit gibt es 32 aufeinander folgende "Adler"-Würfe.

Damit soll gezeigt werden, dass der Mensch dazu tendiert, seltene Ereignisse nicht als Zufall zu betrachten, sondern als etwas Besonderes. Die Möglichkeiten des Zufalls übersteigen seine Vorstellungskraft. Wenn wir einen noch besseren Zufallsgenerator verwenden oder einfach realen Zufall, dann wird dessen Qualität daran zu messen sein, ob eine bestimmte Kombination vorkommen kann.

Bereits 50 aufeinander folgende Würfe von "Adler" wird man üblicherweise in das Reich der Utopie verbannen und doch kommt dieses Ereignis bei einem Wurf pro Sekunde etwa alle 35 Millionen Jahre einmal vor.

Selten, das stimmt, aber es kommt vor, es kann nicht ausgeschlossen werden.

Zufallsgeneratoren sind umso besser, je länger die längste Folge aufeinanderfolgenden Nullen oder Einsen ist.

Der vielarmige Bandit

Wenn der Mensch mit viel Mühe etwas erlernt hat, ist er nicht bereit, es so ohne weiteres wieder aufzugeben.


Der vielarmige Bandit

D. Wright

Wie man sich täuschen kann und wie man getäuscht werden kann. In diesem Experiment ist uns die Täuschung klar aber im täglichen Leben?

Dienstag, 18. April 2006

Zufall und Intelligenz

Der Mensch verrechnet einfache Wahrscheinlichkeiten richtig, kann aber leicht verwirrt werden.


Die Evolution hat uns ein instinktives Verständnis für die Einschätzung zufälliger Vorgänge gegeben. Instinktiv können wir Situationen zu unserem Vorteil einschätzen auch wenn die Ergebnisse nicht ganz klar sind. Wir wissen, wie die Wahrscheinlichkeitslage ist und entscheiden uns dementsprechend.

Allerdings versagt diese Verrechnung von Wahrscheinlichkeiten, wenn es etwas komplizierter ist; oder

Wir glauben zum Beispiel ganz genau zu wissen, dass beim Lotto 6 aus 45 die Zahlenfolge 1, 2, 3, 4, 5, 6 sicher nicht kommen wird. Dagegen erscheint uns die Folge 2, 14, 25, 28, 33, 41 durchaus plausibel. Wenn wir aber einfach nur die Zahlen auf den Kugeln in belanglose Buchstaben umwandeln, zum Beispiel ersetzten wir 1 durch u, 2 durch k usw., dann entspräche die erste Folge den Buchstaben u, k, l, e, r, z und die zweite u, x, w, q, o, b, Wenn man jetzt dieselbe Frage stellt, werden die meisten vermuten, dass beide Folgen gleich unwahrscheinlich sind. Allein die gewohnte Abfolge von Zahlen suggeriert uns, dass so etwas zufällig nicht vorkommen kann. In Wahrheit führt es uns aber vor Augen, wie unwahrscheinlich eben es ist, einen Sechser zu erraten, denn die Zahlenfolge 1, 2, 3, 4, 5, 6 ist genau so wahrscheinlich oder unwahrscheinlich wie die 1, 14, 25, 28, 33, 41.

Wir wissen, wie unwahrscheinlich es ist, die sechs Richtigen zu treffen, jedenfalls ist es wahrscheinlicher von einem Blitz getroffen oder von einem Hai gebissen zu werden und dennoch setzen wir munter drauflos.

Es gibt eine bestimmte Wahrscheinlichkeit dafür, dass ein Dachziegel vom Dach fällt. Es gibt ebenso eine bestimmte Wahrscheinlichkeit dafür, dass jemand auf einem Gehsteig spazieren geht. Lassen wir das Wetter einmal außer Betracht, kann daher jederzeit irgendwo auf dieser Welt ein Dachziegel vom Dach fallen; sagen wir, dass jede Minute irgendwo auf der Welt ein Dachziegel vom Dach fällt.

Der Dachziegel steht mit den Fußgänger in keinerlei Beziehung, wir sagen, diese Vorgänge sind unkorreliert, sie hängen daher nicht zusammen.

Wir können einmal sagen, dass vielleicht jeder 100ste vom Dach fallende Ziegel so fällt, das er von einem Passanten bemerkt wird (die anderen 99 fallen entweder in der Nacht oder in einer Zeit, wo eben niemand in der Nähe ist). Jeder 100ste fallende Dachziegel hat einen Augenzeugen.

Vielleicht jeder 100ste der beobachteten Dachziegel trifft den Passanten und von diesen "Treffern" ist wieder jeder 100ste tödlich.

Dabei sind diese Zahlen willkürlich gewählt, sie sollen nur die geringe Wahrscheinlichkeit eines solchen Ereignisses vor Augen führen.

Wir gehen daher ziemlich unbekümmert durch die Straßen, ohne je eine solche Überlegung bewusst angestellt zu haben. Unser Instinkt erledigt das für uns.

Unser Instinkt wirkt aber auch in abweichenden Szenarien richtig, denn wenn es stürmt und die Wahrscheinlichkeit für fallende Dachziegel steigt, werden wir uns in Deckung begeben oder sicherheitshalber in der Straßenmitte gehen.

Grundsätzlich wissen wir, dass Dachziegel zwar manchmal fallen und dass uns einer treffen könnte. Wegen der Unwahrscheinlichkeit dieser Möglichkeit, verdrängen wir aber diese Möglichkeit und da sie bisher nicht eingetreten ist, fühlen wir uns als unverwundbar.

Wir bekommen aber ein Problem, wenn wir Augenzeuge eines fallend Dachziegels werden oder wenn er uns gar treffen sollte. Ab diesem Zeitpunkt ist nicht mehr so wie vorher. Unsere Verwundbarkeit wird und plötzlich bewusst und wenn uns der Stein gar trifft, beginn das Hadern mit dem Schicksal. Wäre ich doch.., hätte ich doch... Ein uns betreffendes Elementarereignis ist auf einmal kein banaler Zufall mehr, oft hört man, das es sich um einen "Fingerzeig Gottes" gehandelt hätte.

Ähnlich verhält es sich mit Verkehrsunfällen und Krankheiten.

Lehrreich sind Krankheiten, denen letalen Ausgang man gerade noch entkommt und Unfälle, die sich gerade nicht ereignen und wenn, dann glimpflich verlaufen, sofern man bereit ist, daraus zu lernen und Möglichkeit des Unwahrscheinlichen anzuerkennen.

"Gott behüte uns von allem, was gerade noch ein Glück ist." (aus der Tante Jolesch von Friedrich Torberg)

Man kann durchaus in dem vorigen Satz "Gott" durch "Zufall" ersetzen. Es ändert nichts an seiner Richtigkeit.

Da wir nicht wissen, woher der Zufall kommt, ist die Gleichstellung Gott=Zufall weder beweisbar noch widerlegbar. Jedenfalls ist sie aber plausibler wie personale Götter oder gar Götter die auf Erden wandeln.

wir kennen nur die globalen Gesetzmäßigkeiten des Zufalls, niemals aber ein konkretes Ereignis.

Der Zufall bezieht sich auf alles, was wir tun, erzeugen, was, wann eintrifft oder nicht eintrifft.

Die wichtigsten Ereignisse, die den Menschen als Person betreffen, die Geburt und den Tod ebenso wie seine Beziehungen zu anderen. Ob man meint, es sein gelenkt oder ungelenkt, ob man ihn beschwört oder nicht: er ist unerbittlich und gütig zugleich, allmächtig, ohne jede Voraussicht, in der großen Zahl voraussagbar aber im Einzelfall nie.

Stellen wir uns vor, jemand setze sich an einen Roulette-Tisch und setze 50 Euro auf die Zahl 16 und er gewinnt. Den gesamten Gewinn setzt er wieder auf eine Zahl, sagen wir 11 (es kann aber auch wieder 16 sein) und er gewinnt wieder und so weiter. Gleich wird man sagen, das könne nicht sein, das gäbe es nicht.

Und doch spielen wie Roulette oder 6 aus 45, eben weil wir diesen unwahrscheinliche Fall herbeisehnen, dass wir die sechs richtigen erraten, obwohl es uns praktisch unmöglich vorkommt, dass die Zahlen 1, 2, 3, 4, 5, 6 kommen könnten.

Die Macht des Zufalls ist, dass er Unmöglich scheinendes möglich macht. Sowohl im überschaubaren Glücksspiel als auch in der unübersehbaren Vielfalt des Lebens.

Wenn man selbst ein solches Elementarereignis erfährt, positiv oder negativ, verlagert man es auf eine überirdische Ebene, man ist geneigt, es als göttliches Tun zu verstehen. Gott Zufall.

Zufall allein erscheint uns einfach zu banal. Man will nicht wahrhaben, dass ein Stolperstein eine Querschnittlähmung zur Folge haben kann und dass dieses dieselbe Ursache hat wie die sechs Lottozahlen der Sonntagsziehung.

Wir könnten aber den Zufall auch in seiner einfachen Form als das eigentliche Vermächtnis Gottes in unserer Welt verstehen. Es ist in so, wie es Religionen beschreiben (dann aber anders meinen). Gott äußert sich in allen Dingen dieser Welt. "Es gibt eine Rose, also gibt es Gott" hieß es in einer Religionsstunde in meiner Jugend. Ein Satz ohne irgend welche Logik, wie mir damals schien. Ein Satz mit einem erstaunlichen Weitblick, wie mir jetzt scheint.

Ein Kind entsteht nur Wirkung des Zufalls und wird geformt durch die Wirkung der Umgebung, in die es hineingeboren wird. Gottes Anteil wäre somit der Zufall, der weltliche Anteil sind wir selbst, unsere Kultur.

Zwar könnte man meinen, dass ja auch die Kultur und alles was ist, ja ursprünglich von Gott ausgeht, dass also alles Sein seine Ursache in Gott hat. Doch nach der Schöpfung erhalten die Dinge ein Eigenleben, weil sie selbständig diese Welt erforschen, Erfahrungen sammeln, immer zwar begleitet vom Zufall aber doch eigenständig.

Wunder in Wallfahrtsorten

Man muss nur ausreichend viele Menschen beobachten, um Wunder zu erleben.


Ein bereits etwas in die Statistik gehendes Beispiel sind Wunderheilungen in Lourdes und anderen einschlägigen Wallfahrtsorten. Ein gläubiger Christ meint, aus einer fallweise auftretenden Heilung eines Kranken eine Wirksamkeit des Ortes ablesen zu können.

Dagegen kann man folgendes bemerken: In Lourdes (und anderen Wallfahrtsorten) gibt es Hunderttausende Besucher pro Jahr. Viele davon haben Probleme, deren Lösung sie von diesem Besuch erwarten. Das können Gebrechen sein aber auch andere Schwierigkeiten. Nicht alle dieser Handicaps werden in den Wallfahrtsorten gelindert aber bei der großen Zahl solcher Pilger gibt es sicher einige, deren Zustand sich verbessert. Bei einigen wäre die Verbesserung sowieso eingetreten, bei anderen wieder sind der Entschluss zu einer solchen Reise und ihre Durchführung ein so starker positiver Impuls, dass ihr Handicap gemildert wird oder gar verschwindet..

Wenn sich im Jahr einige Hunderttausend Kranke entscheiden, eine Pilgerfahrt nach Lourdes zu unternehmen, dann kann man allein auf Grund der großen Zahl annehmen, dass es bei einigen zu einer Verbesserung kommt.

Das Problem ist jetzt die Feststellung, welchen Anteil an der Gesundung der Ort an sich hatte oder ob die Gesundung durch die Reiseanstrengung oder ganz von selbst erfolgt ist. Gläubigen sollte man ihre Version nicht nehmen, alle anderen sollten sich aber eher von Änderungen in ihrem Leben oder in ihren Lebenszielen Verbesserungen erhoffen.