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Samstag, 29. April 2006

Die Kirche und die Gentechnik

Warum bestehen Bedenken gegen die Veränderung der Genstruktur der Nachkommenschaft in eine bestimmte Richtung?


Der religöse Grund mag sein, dass man in Gottes Plan nicht eingreifen soll. Das ist aber ein wenig hilfreicher Standpunkt, denn was tun Menschen, die diesem Gottesverständnis nicht folgen? Eine solche Aussage der Kirche hat auf diese Menschen sogar einen negativen Einfluss.

Ein viel wichtigeres Argument, das sich aber mit dem des göttlichen Plans deckt, ist jenes, dass der Mensch keine Vorstellung hat von der Kraft einer zufälligen Veränderung einer Genbotschaft. Er hat einfach nicht die Phantasie dazu.

Was wollen denn die Menschen als Nachkommen? Gutes Aussehen, hohe Intelligenz und was sonst noch alles am Wunschzettel steht. Was sie aber nicht wissen, ist, wohin der Weg gehen kann. Der Mensch extrapoliert einfach die Gegenwart und meint, höhere Intelligenz oder besseres Aussehen sei a priori der Grundstein für ein besseres, erfolgreicheres Leben. Allein an diesen beiden Beispielen kann man aber auch zeigen, dass das keineswegs der Fall sein muss.

Zum Beispiel führt gutes Aussehen dazu, dass man als Person bei Schlüsselsituationen besser behaupten kann (Bewerbungen, Partnersuche usw.), es besagt aber nicht, dass man dann diese Position, die man wegen des besseren Aussehens erlangt hat, auch entsprechend ausfüllt. Es kann im Gegenteil sein, dass gut aussehenden Menschen von den Kindesbeinen an alles in den Schoß fällt, mit dem Ergebnis, dass Anstrengung für sie fast unbekannt ist und wenn dann tatsächlich einmal der Hut brennt, diese Menschen dieser Situation, wo es dann nicht mehr auf das gute Aussehen ankommt, versagen, weil sie einfach dafür nicht vorbereitet sind.

Wenn hohe Intelligenz allein der geheime Schlüssel zu Reichtum oder Macht wäre, dann müssten die Clubs der intelligentesten Menschen gleichzeitig auch die Spitzen der Gesellschaft als Mitglied haben. Das ist aber keineswegs so. Die hier geforderten Fähigkeiten dürften vielfältiger sein, als wir uns das ausmalen können.