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Dienstag, 18. April 2006

Nero, der Gladiator und die Münze

Das Ergebnis eines Münzwurfs, einfach so zum Spaß, ist ein Zufallsprozess; hängt aber etwas davon ab, wie die Münze fällt, dann werden alle Heilige mobilisiert, um den Zufall zu zwingen.


Der römische Kaiser benutzte die Spiele im Kolosseum einerseits zur Ablenkung von Problemen und auch zur Hebung seiner eigenen Beliebtheit. Ob ein Gladiator nach dem Kampf am Leben bleiben konnte, entschied der Kaiser durch Heben oder Senken des Daumens, nicht ohne genau die Reaktionen des Publikums zu hören. Eine Art früher Populismus.

Stellen wir uns jetzt einmal vor, die Stimmung im Publikum wäre uneindeutig, daher ließ sich der Kaiser etwas Besonderes einfallen: er ließ den Gladiator auf das Ergebnis eines Münzwurfs sein Leben wetten.

Was wird wohl dem Gladiator durch den Kopf gegangen sein? Vielleicht hat er seinen Lieblingsgott angerufen, den Münzwurf zu seinen Gunsten zu entscheiden! Was sonst kann jemand in dieser Situation tun? 

Christen haben eine ähnlich große Auswahl an Heiligen an die sie üblicherweise appellieren. 

Ignatius von Loyola will nach seiner schweren Verletzung als sein Leben an einem Faden hing und er überlebte, gewusst haben, der Heilige Petrus, dessen Feiertag gerade Ende Juni war, hätte seine Genesung eingeleitet.