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Dienstag, 18. April 2006

Wunder in Wallfahrtsorten

Man muss nur ausreichend viele Menschen beobachten, um Wunder zu erleben.


Ein bereits etwas in die Statistik gehendes Beispiel sind Wunderheilungen in Lourdes und anderen einschlägigen Wallfahrtsorten. Ein gläubiger Christ meint, aus einer fallweise auftretenden Heilung eines Kranken eine Wirksamkeit des Ortes ablesen zu können.

Dagegen kann man folgendes bemerken: In Lourdes (und anderen Wallfahrtsorten) gibt es Hunderttausende Besucher pro Jahr. Viele davon haben Probleme, deren Lösung sie von diesem Besuch erwarten. Das können Gebrechen sein aber auch andere Schwierigkeiten. Nicht alle dieser Handicaps werden in den Wallfahrtsorten gelindert aber bei der großen Zahl solcher Pilger gibt es sicher einige, deren Zustand sich verbessert. Bei einigen wäre die Verbesserung sowieso eingetreten, bei anderen wieder sind der Entschluss zu einer solchen Reise und ihre Durchführung ein so starker positiver Impuls, dass ihr Handicap gemildert wird oder gar verschwindet..

Wenn sich im Jahr einige Hunderttausend Kranke entscheiden, eine Pilgerfahrt nach Lourdes zu unternehmen, dann kann man allein auf Grund der großen Zahl annehmen, dass es bei einigen zu einer Verbesserung kommt.

Das Problem ist jetzt die Feststellung, welchen Anteil an der Gesundung der Ort an sich hatte oder ob die Gesundung durch die Reiseanstrengung oder ganz von selbst erfolgt ist. Gläubigen sollte man ihre Version nicht nehmen, alle anderen sollten sich aber eher von Änderungen in ihrem Leben oder in ihren Lebenszielen Verbesserungen erhoffen.