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Mittwoch, 3. Mai 2006

Phänomen Glauben

Über das Glaubensphänomen kann man als Außenstehender entweder nur staunen oder den Kopf schütteln.


Die Suche nach einem Gottesbegriff ist eine wichtige Sache, zu wichtig, als dass man sie mit dogmatischen Ansätzen zu einem unabänderlichen a priori macht.

Wie man einen Zusammenhang herstellen kann zwischen konkreten Ereignissen dieser Welt und dem Wirken Gottes, das kann ich nicht verstehen. Und zwar wegen der notwendigen Universalität des Begriffs "Gott". Daher können die Offenbarungen des Islam, des Christentums und des Buddhismus nicht gleichzeitig gelten.

Wenn Gott ist, dann muss Gott alles Sein erfüllen. Müssen alle Menschen den gleichen Zugang dazu erfahren können, unabhängig davon, wo und unter welchen Umständen sie diese Welt erleben. 

Gott ist zu wichtig, als dass man Gott zu einer darstellbaren, abdruckbaren Marke macht, wie es Religionen tun. Es kann ja sein, dass die Durchsetzung des Glaubens sichtbarer Zeichen bedurft hat. Wenn es aber um "Durchsetzung" ging, kommt man nicht umhin, an die Durchsetzung von Macht zu denken. 

Diese Zeiten sind vorbei, beginnend bei Giordano Bruno http://www.bfg-muenchen.de/bruno.htm spätestens aber mit Immanuel Kant http://de.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Kant.

Gegen Verehrung von Traditionen ist nichts einzuwenden; sie aber mit Gott in Verbindung zu bringen, ist ein vorprogrammierter Konflikt. 

Daher sollten die Religionen ihren Verwaltungsanspruch für den Gottesbegriff aufgeben.