Seiten

Donnerstag, 31. Mai 2007

Menschenopfer und Kloster, ein Zusammenhang?

Möglicherweise sind uns unverständlich grausame Menschenopfer eine archaische Methode der Geburtenkontrolle, zumindest wird diese Theorie in "Eine kurze Naturgeschichte des letzten Jahrtausends" vom Autor Josef H. Reichholf aufgestellt.


Veränderungen der politischen Landkarte werden in vielen Fällen von Veränderungen des Klimas hervorgerufen oder wenigstens begünstigt. Beispiele dazu sind:
  • Völkerwanderung (kälteres Klima bewirkt Migrationsdruck auf Germanenstämme)
  • Mongolenreich unter Dschingis Khan (wärmeres Klima in Zentralasien)
  • Zurückdrängen der Mauren bei Tours und Poiters (wärmeres Klima in Mitteleuropa und gleichzeitige Austrockung von Nordafrika)
  • Russlandfeldzüge von Napoleon und Hitler

Ungünstiges Klima bedroht die Versorgung mit Nahrung und die Lösung auf verschiedenen Kulturstufen ist im Rückblick sonderbar:

In Südamerika könnten uns als grausam bekannten Kulturen, etwa die Mays, Menschenopfer eingesetzt haben, um Morde von Männern und (Jung)frauen unter dem Mantel eines gottbefohlenen Rituals zu rechtfertigen, mit dem Ziel, die Bevölkerungszahl klein zu halten.

Das rasche Wachstum der Städte im Mittelalter erzeugte einen inneren Bevölkerungsdruck, den man in zweifacher Weise zu bekämpfen suchte: einerseits durch die Errichtung von Klöstern und anderseits durch das Werben um Freiwillige für Kreuzzüge.

Dagegen wirken die gesetzlichen Maßnahmen im diktatorischen China eher human und werden möglicherweise bald gar nicht mehr nötig sein, weil der wachsende Wohlstand in derselben Weise wirkt.

Der Unterschied zwischen Menschenopfer, Kloster, Krieg, Regelung einerseits und Wohlstand anderseits ist aber, dass die Ersteren vom jeweiligen Machthaber gezielt eingesetzt wurden und werden, der Wohlstand aber eine Selbstregulierung darstellt.

Die gespenstische Frage ist aber "Was glaubt ein Papst?". Was glaubte ein Papst, wenn er Klöster und Kriege propagierte und dabei das Himmelreich versprach?

War es so, dass er das, was er predigte, wirklich geglaubt hat und es hat dann einfach ergeben, dass die Maßnahmen in regulierender Weise wirkte oder wusste er, was er tat?

Und was können wir aus diesen Möglichkeiten auf die heutige Situation schließen? Wenn ein Papst heute im Namen der Religion was immer verkündet, welche Absicht steckt dahinter?