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Freitag, 18. Mai 2007

Warum geht (oder ging) jemand ins Kloster?

Geändert am 2011-09-02 12:09 von Franz Fiala — Kategorisiert als: Religion

Dass die Auflösung verschiedener Klöster unter Josef II etwas mit Klimaveränderungen zu tun hätte, ist ein ziemlich überrascher Umstand.

Gehört in einer Buchvorstellung heute in Ö1 zwischen 9:00 und 10:00. Aus dem Buch "Eine kurze Naturgeschichte des letzten Jahrtausends" von Josef H. Reichholf, Professor für Zoologie in München.

Das beginnende Mittelalter war geprägt durch Stadtgründungen und durch einen großen Bevölkerungszuwachs, der zu zunehmenden Druck führte. Um diesen Druck abzubauen gibt es die Ventile: Auswanderung, Krieg oder Geburtenkontrolle. Für Auswanderung gab es kein Ziel (so wie dann später in der Neuzeit) und daher blieben Krieg und Geburtenkontrolle. Den sanktionierten Krieg brachte Papst Urban mit dem durch keinen besonderen Grund erfolgten Aufruf zu Feldzügen in das Heilige Land; die Geburtenkontrolle erfolgte durch die zahlreichen Klostergründungen.

Die Klöster verhalten sich in weiterer Folge wie jede andere Organisationseinheit: sie bleiben bestehen auch wenn der ursprüngliche Grund gar nicht mehr vorliegt. Erst Josef II hat hier lenkend eingegriffen.

Der eigentliche Grund für den Bevölkerungszuwachs ist aber in der Warmzeit des Mittelalters zu suchen, die etwa Almwirtschaft bis in die höchsten Regionen erlaubte und auch die Besiedelung von Grönland (Grünland) durch die Wikinger. Sie erklärt auch die Bewohnbarkeit heute unwirtlich erscheinender Burgen.