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Donnerstag, 26. Juli 2007

Erst kommt das Fressen, dann die Moral

Dieser berühmte Spruch von Bertold Brecht gehört wohl auch in den Bereich der Milchmädchenrechnungen, die man ohne besseres Wissen anstellt.


Peter Neuling beschreibt in seinem Buch "Die acht Wohlstandsgesetze", dass in keiner Entwicklungsstufe die Moral fehlt, es werden nur die Werte anders gewichtet. Während in armen Gesellschaften Werte wie Religiosität, Tapferkeit, Stolz und Ehre, Patriotismus und Sittenstrenge an erster Stelle stehen, sind es in reichen Gesellschaften Toleranz, Sicherheitsstreben, Pluralismus, Demokratie und Gleichberechtigung der Geschlechter.

In armen Gesellschaften werden Eigentumsdelikte mehr geahndet als Persönlichkeitsdelikte; in reichen Gesellschaften ist es dagegen genau umgekehrt.

Der Satz müsste nach Peter Neuling daher besser lauten "Reichtum verändert die Moral".