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Donnerstag, 20. September 2007

Kann es eine Frage sein, ob eine Moschee gebaut werden darf?

Im dritten Jahrhundert nach Josef II gibt es immer noch Leute, die den Bau von Moscheen verbieten wollen.


Ich frage mich, wieso eine Partei, die einem Verfassungsgrundsatz entgegensteht, überhaupt kandidieren darf. Das betrifft sowohl den Versuch, den Bau von Moscheen zu verbieten, als auch den Versuch, die Aufstellung von zweisprachigen Ortstafeln zu verhindern.

Gleiches Recht für alle?

Unser Recht beruht auf einem Konsens über gemeinsam anerkannte Werte. Wie aber geht man mit Menschen um, die eine andere Werteskala haben?


Der kulturellen Unterschied zwischen einem afghanischen Klan und einer westlichen Demokratie ist sehr groß. Wenn man einen dortigen Beschuldigten, zum Beispiel Osama Bin Laden, nach den Regeln westlicher Rechtssprechung verurteilt, wird man wahrscheinlich ausgelacht. 

Man kann sich ja in Analogie eine Reise in die Zeiten des Papstes Urban II vorstellen und versuchen, über diesem Papst zu Gericht zu sitzen. Wir urteilen über ihn mit einer Werteskala, die damals völlig unbekannt war und dasselbe gilt auch für unseren Umgang mit dem Islam.

Ich fürchte, dass wir bei einem Ausflug in eine andere Welt auf deren Werte achten müssen, wenn wir nicht untergehen wollen.

Der Papst und der Dalai Lama

Das Christentums dürften in den Menschen mehr verankert sein als manche Statistiken sagen. Auch wenn jemand keiner Religion mehr angehört, er kann die christlichen Wurzeln unserer Kultur nicht abschütteln. Und dazu gehört, dass unsere Anteilnahme und Hilfe den Verfolgten zu gelten hat.


Nicht nur, dass der Dalai Lama aus seinem Land vertrieben worden ist und keine klinkenputzende Wirtschaftsdelegation das in China ansprechen würde, will ihn auch heute so mancher Politiker nicht kennen. 

Irgendwie kommt das auch einem gar nicht bibelfesten Beobachter bekannt vor.

Dienstag, 4. September 2007

Gott ist die Liebe...

...plakatiert die Kirche die Worte des Papstes. Ein Irrtum, der gerne geglaubt wird, wie mir scheint.


Dieser Satz zeigt, dass Gott eine rein menschliche Fiktion ist, die höchste Instanz menschlicher Hierarchien. Gott ist so, wie wir wollen, dass er ist. Denn welche Beziehung hat Gott zu Tieren, Dingen, Materie, Raum? Keine? Kann wirklich jemand glauben, dass Gott Milliarden Jahre mit dem Warten auf Menschen zugebracht hat?

Dieser Satz ist vielleicht nicht ganz vollständig. Liest man ihn etwa anders, wird er zudem gefährlich: "Unser Gott ist die Liebe", was sich liest wie "Wir sind die Guten", ganz im Sinne Bush'scher Machtpolitik.

Schließlich ist ein Schöpfer-Gott, so wie ihn die Kirche sieht, verantwortlich für alles, was ist. Das Gute gleichermaßen wie das Böse. Eine Reduktion Gottes auf das Gute ist eine Reduktion Gottes auf einen Teilbereich der menschlichen Welt und lässt Platz für andere Götter, zum Beispiel für den Teufel. Da aber widerspricht der These, dass es nur einen Gott geben solle. 

Ziemlich unlogisch diese Theologen.