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Montag, 31. Dezember 2007

Jahreswechsel und die Endlichkeit

Unendlichkeiten haben eine göttliche Dimension.


Die Menschen feiern den Jahreswechsel ziemlich ausgelassen. Für mich ist der Jahreswechsel - mehr als es ein Geburtstag ist - ein deutlicher Hinweis auf unsere Endlichkeit. Wahrscheinlich deshalb, weil ich meinen eigenen Geburtstag eher weniger ausgelassen feiere.

Alles in unserer Welt ist endlich auch wenn das Universum in seiner Größe bereits in dieser Endlichkeit alles übersteigt, was man sich vorstellen kann. Einstein hat witziger Weise die menschliche Dummheit als das einzige im Universum bezeichnet, was das Attribut unendlich verdient.

Und ebenso interessant, dass uns der Begriff "Unendlich" keine großen Probleme bereitet, außer eben den, dass man sich das dahinter liegende Gebilde nicht wirklich vorstellen kann.

Das einfachste geometrische Gebilde neben dem Punkt, die Linie hat schon alle Attribute dieses Unendlichen.

Keine Linie in dieser Welt ist unendlich ausgedehnt. Weder jene auf unserer Erde, denn da wissen wir, dass wir durch die Endlichkeit unseres Lineals die Krümmung der Oberfläche übersehen und schließlich wieder am Ausgangspunkt zurückkehren. Aber auch nicht im Universum, denn wo auch immer unsere Linie hinweist, sie kehrt schließlich wieder an ihren Ausgangspunkt zurück. Oder anders gesagt, die Linie ist so gerade wie der Raum gekrümmt ist.

Wenn daher im Geometrieunterricht von unendlichen ausgedehnten Linen die Rede ist, berühren wir unbeabsichtigt eine göttliche Dimension, jedenfalls aber etwas, was es auf dieser Welt nicht gibt.

Wenn daher bereits in der Bibel vom unendlichen Gott die Rede ist, dann würden alle unseren geometrischen und mathematischen Verweise auf Unendlichkeiten Verweise auf Attribute dieses Gottes sein. 

Dass wir als endliche Wesen in der Lage sind, Grenzübergänge zu bewältigen und dabei dem unendlich Kleinen oder unendlich Großen begegnen, ist eigentlich erstaunlich, mehr noch, Physik-, Geometrie- und Mathematikunterricht haben eine göttliche Dimension und haben mehr mit Religion zu tun als es auf den ersten Blick scheint.