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Dienstag, 8. Januar 2008

Warum ist alles wie es ist?

Das Anthropische Prinzip kehrt die Fragestellung bei der Entstehung der Welt um. Die Frage ist nicht, wer die Anfangsbedingungen so eingestellt haben kann, die es ermöglicht haben, dass wir existieren, sondern weil wir existieren, müssen die Bedingungen dereinst genau so gegeben gewesen sein und die Frage ist, welche Kriterien zu gerade dieser Auswahl geführt haben könnten.


Dass unser Raum und damit die darin enthaltene Masse beschränkt ist, hängt mit der Entstehung des Raumes von 13 Milliarden Jahren zusammen und der folgenden Ausdehnung, die kein Ende zu haben scheint. Innerhalb des bekannten Raumes gibt es als Anomalien schwarze Löcher, die so schwer sind, dass wir kein Licht von diesen Himmelskörpern empfangen können. Die Frage nach dem Außerhalb ist sinnlos, weil es "dort" keinen Raum gibt. Aber in unserer naiven Zählweise ist das weniger verständlich als eine jener vielen Hypothesen, die statt von einem Universum von Multiversen spricht, innerhalb eines davon wir eben beobachten. Und die Frage, welcher Schöpfer die Konstanten der Welt so genial eingestellt hat, dass wir darin existieren können, hätte dann dieselbe Antwort die jene von Darwin auf die Frage wer eigentlich so wunderbare Geschöpfe wie es Elefanten sind, geschaffen hätte: die Evolution. Allerdings nicht eine biologische sondern eine galaktische. Die Frage ist allein in beiden Fällen, beim Elefanten und auch beim Universum, wer der Selektor war oder ist, der die unglaubliche Unwahrscheinlichkeit für den Elefanten und unser Universum so stark reduziert hat, dass er/es wahrscheinlich wurde. Beim Elefanten und allen anderen biologischen Gebilden ist es die jeweilige Umwelt, die Anpassung und Selektion in eine bestimmte Richtung lenken. Wie kann es aber beim Universum gewesen sein?

Türkei europareif?

Eine Homepage eines vorarlberger Fußballklubs wurde gehackt und Terrordrohungen wurden ausgesprochen; wegen der österreichischen Haltung gegenüber Kurden. 


Ich kenne weder Türken noch Kurden persönlich - und so wie mir wird es vielen Österreichern ergehen. Wie legt man sich daher in einem solchen Konflikt fest? Warum ergreift man Partei für die eine oder andere Seite?

Ich weiß nicht, wie vielen es wie mir ergeht, dass ich mir in diesem Zusammenhang oft bewusst und öfter wahrscheinlich unbewusst die Geschichten von Karl May in Erinnerung rufe, egal ob sie historisch korrekt sind oder nicht. Aber der Autor zeichnete von den Völkern, die er beschrieb, also auch von den Kurden, immer ein sehr positives Bild. Meine Einstellung zu den Völkern des Nahen Ostens ist sicher von dieser Jugendlektüre stark beeinflusst. Und wer kennt sie nicht, die Erzählung "Durch das wilde Kurdistan".

Dazu kommt, dass man gerade als Bewohner eines kleinen Landes und gerade mit der österreichischen Vergangenheit instinktiv Sympathie für Bestrebungen zur Eigenständigkeit kleinerer Volksgruppen hegt. Denn wie leicht kann es geschehen, dass man selbst in eine ähnliche Rolle gerät wie es Kurden, Kosovo-Albanern, Kosovo-Serben, Südtirolern ... erging/ergeht und daher die eigene Reaktion nichts anderes ist als der Ausdruck dessen, dass man sich in die Rolle des jeweils schwächeren Parts versetzt. Dass es uns Österreichern gelang, einen eigenständigen und erfolgreichen Weg nach 1945 einzuschlagen, wollen wir anderen nicht vorenthalten.

Schließlich wurde ein österreichischer Lehrer am deutschsprachigen St. Georgs-Kolleg in Istanbul nach Hause (nach Österreich) geschickt weil er im Geografie-Unterricht den Begriff "Kurdistan" verwendet hat. 

Ein Nationalismus, den man bei uns nur mehr in Randgruppen kennt, der aber in diesem Fall einen ganzen Staat erfasst und der sogar mit Terror gegen andere Staaten droht, hat derzeit in Europa keinen Platz. Sollte die Türkei wirklich nach Europa wollen, dann muss sich die in unseren Augen als intolerant empfundene Haltung ändern. Ein Gradmesser dafür ist die Einstellung des türkischen Staates zur Bestrebung der Kurden nach einem wenigstens autonomen Status. 

Ab wann eine sich unterdrückt fühlende Bevölkerungsgruppe zur Gewalt greift, können wir aus unserem Blickwinkel kaum nachvollziehen. Aber als Österreicher wird man eher einer Eigenständigkeit - wessen auch immer - als seiner Unterdrückung das Wort reden. PS: Türkei 73 Mio, davon 14 Mio Kurden. Im bewaffneten Kampf zwischen dem türkischen Staat und der PKK sind bis 1999 35.000 Menschen getötet worden, größtenteils kurdische Zivilisten. (Quelle Wikipedia-> Kurden -> Tükei)

PPS: Zwar ist zwischen dem Verhindern zweisprachiger Ortstafeln und bewaffnetem Terror ein großer gradueller Unterschied aber auch über die Europareife Österreichs kann man geteilter Meinung sein.

Skalierung von Zeit und Temperatur

Die Zeit hat einen Anfang; und was war davor?


Die Temperatur hat einen Anfang bei -273°C; und was ist darunter? 

Bevor es keine Zeit gab, hat es keinen Sinn, nach der Zeit zu fragen. Es wäre daher besser, unsere lineare Zeitskala zu verlassen und durch eine Transformation zu erreichen, dass der Zeitmaßstab im Jetzt unverändert bleibt aber Zeiteinheiten in der Vergangenheit im Vergleich länger werden; d.h. eine Sekunde in der Jetztzeit bleibt gleich, eine Sekunde vor einer Million Jahren ist etwas länger und je weiter man an den bisherigen Zeitursprung vor 15 Milliarden Jahren gelangt, desto länger werden die gezählten Sekunden, sodass - zeitlich gesehen - der Zeitursprung ins Unendliche wandert. Das wäre für unsere lineare Denkweise ein idealeres Modell als der jetzige Zeitursprung. Und die Worte "Von Ewigkeit zu Ewigkeit" hätten wieder ihre Berechtigung. 

Die Temperatur ist dadurch gekennzeichnet, dass die Elementarteilchen in Bewegung sind. Wenn sie in der Bewegung erstarren, haben wir den Punkt -273°C erreicht. Dass es sich dabei um eine konkrete Zahlenangabe handelt, hängt mit der willkürlichen Festlegung der Temperaturskala zusammen. Wieder könnte man die Temperaturskalierung so transformieren, dass der absolute Nullpunkt ins Unendliche wandert und wir die zunehmende Abkühlung auch wirklich mit immer größeren negativen Temperaturen beschreiben könnten. Es entspräche auch besser den Gegebenheiten, dass man diesen absoluten Nullpunkt eben nicht erreichen kann. Was heute -271° C sin könnten dann zum Beispiel -2.7x10E8 sein. Eine solche Temperaturskala wurde bereits von Rudolf Plank vorgeschlagen.Temperatur in Wikipedia

Das Paradoxe am Unendlichen

Unendliches kann nicht gedacht aber verstanden werden; Endliches kann gedacht aber nicht verstanden werden.


Die Welt, in der wir leben, ist in allen erdenklichen Dimensionen endlich. Sogar die unendlichen Weiten des Universums mussten einer endlichen Zahl an Sternen weichen, auch wenn ihre Zahl sehr sehr groß ist.

Allein die Feststellung, dass der uns umgebende Raum endlich ist, bereitet uns mehr Schwierigkeiten, als dessen Unendlichkeit. Denn wer fragt sich nicht, was dahinter ist, wenn auch schon die Frage danach gar nicht zulässig, weil eben raumbezogen ist. Und wo kein Raum, dort kein Dahinter.

Unsere Denkweise entspricht am ehesten dem Zählen der natürlichen Zahlen 1,2,3... Nach jedem Ding kommt ein weiteres, bis in alle Ewigkeit. In der Mathematik vielleicht, nicht aber auf dieser Welt. Irgendwann einmal ist in jedem Wald der letzte Baum, in jeder Galaxie der letzte Stern und in jedem Hirn das letzte Neuron gezählt. Nachdem wir etwas erschöpfend gezählt, d.h. erfasst haben, zwingt uns unser lineares Denken, eine weitere Etappe zu erschließen. Dass es einmal Schluss sein sollte, ist für uns schwieriger zu verstehen, als die Unendlichkeit, denn immer stellt sich uns die Frage "und was kommt dann?".

Wir können uns etwas Unendliches gut denken, weil eben nach jedem Element ein weiteres kommen kann. Wir können uns aber eine vorgegebene Beschränktheit der Welt weniger gut veranschaulichen, weil mit dem "Dahinter" so unsere Probleme haben.

Mittwoch, 2. Januar 2008

Titanic kurz nach der Kollision mit dem Eisberg

Außer einer kurzen Erschütterung war nichts zu spüren; die Musik spielte weiter als wäre nichts geschehen. Nur die Verantwortlichen auf der Brücke ahnten, was auf sie zukommen würde.


Außer, dass die Zeitungen über Allzeit-Tiefs bei den Börsenkursen berichten, passiert eigentlich nichts. Die Urlauber fahren nach Thailand, die Weihnachtseinkäufe stagnieren kaum. Nur ein paar Spezialisten meinen, dass nichts so bleiben würde wie bisher.

Und das ist der ATX seit 1986. So, als wären die ganzen letzten zehn Jahre eine einzige Blase gewesen. 


So, wie bei der berühmten Tulpenzwiebelblase. 

Ich bezweifle, dass es hier nur um die Immobilienkredite in den USA geht. Für mich erscheinen die Versprechungen für arbeitsfreie Erträge, wie sie eben Fonds und noch riskantere Anlageformen ankündigen, die eigentlichen Problemkinder zu sein. Weil sie eine Art Perpetuum Mobile versprechen, das es aber nicht geben kann. Es funktioniert entweder auf Kosten anderer, wie zum Beispiel durch die Ausnützung verschiedener Märkte für Produktion und Absatz (diese Form ist zwar ethisch höchst zweifelhaft aber die Beteiligten wissen wenigstens, warum sie was machen) oder die Anlagewerte erreichen durch die hohe Nachfrage des anlagehungrigen Publikums ungeahnte Höhen, wie die Grafik zeigt; aber erst, wenn jemand die Wahrheit ausspricht (wie im Märchen von des Kaisers neuen Kleidern) wird offenbar, dass es sich um eine versteckte Form eines Pyramidenspiels handelt, wo die vermeintlichen Werte sich in für Laien unüberblickbarer Form über einige Stufen selbst den Wert garantieren.

Nun, der Untergang der Titanic besiegelte das Schicksal eines großen Teils der Besatzung. Wir werden ja noch erleben, welche Opfer unser Spiel am Markt noch haben wird.

Dienstag, 1. Januar 2008

Rotwein gegen Herzinfarkt?

In zahlreichen Ratgebern meint man zu wissen, dass ein bis zwei Achterln Rotwein eine statistische Auswirkung auf das Herzinfarktrisiko haben würden. 


Sind sie schlank, rauchen Sie nicht, trinken Sie mäßig aber regelmäßig, machen Sie Bewegung, ernähren Sie sich gesund...? 

Wenn Sie diese und andere Fragen mit ja beantworten, dann gehören Sie in eine Gruppe von Menschen mit geringem Herzinfarkt-Risiko. Wenn Sie aber mehrere Fragen verneinen müssen, würde es dann genügen, durch eine Umstellung des Lebensstils in die Gruppe jener Menschen mit geringem Risiko zu gelangen? 

Nehmen wir das Beispiel Rotweinkonsum (aber die Ernährung oder die Bewegung sind ebenso dafür geeignet). Keinen Rotwein zu konsumieren oder zu viel Rotwein zu konsumieren ist beides schlecht, optimal wäre es, ein bis zwei Achterln täglich zu konsumieren. 

Abgesehen von den vermuteten günstigen Inhaltsstoffen, die man ja eventuell auch synthetisch in Tablettenform konsumieren könnte, sagt dieser Lebensstil ja etwas anderes: wenn jemand regelmäßig Alkohol konsumiert und in diesem Konsum maßhalten kann, dann zeigt er die Fähigkeit, Maß halten zu können. 

Interessant ist dann aber, warum überhaupt kein Alkoholkonsum weniger günstig ist. Der Grund dürfte schon dem Philosophen Friedrich Nietzsche bekannt gewesen sein, als er sagte: "Es ist leichter, einer Sucht ganz zu entsagen als in ihr Maß zu halten." Wenn daher jemand dem Alkohol aus dem Weg geht, ist das einerseits löblich, anderseits kann es aber auch von der unbewussten Angst getragen sein, eben nicht Maß halten zu können. 

Kennzeichnet daher der Umstand, dass man regelmäßig wenig Alkohol konsumiert nicht eher einen Charakter? 

Wenn daher jemand, der davon gehört hat, das sich mäßiger Alkoholkonsum positiv auf das Herzinfarktrisiko auswirkt, diesem Konsum auch nachkommt, dann muss das nicht auch gleichzeitig den gewünschten Effekt haben, wenn eben nicht der Alkoholkonsum selbst sondern vielmehr die damit aufgezeigte Disziplin den Effekt herbeiführt.