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Dienstag, 1. Januar 2008

Rotwein gegen Herzinfarkt?

In zahlreichen Ratgebern meint man zu wissen, dass ein bis zwei Achterln Rotwein eine statistische Auswirkung auf das Herzinfarktrisiko haben würden. 


Sind sie schlank, rauchen Sie nicht, trinken Sie mäßig aber regelmäßig, machen Sie Bewegung, ernähren Sie sich gesund...? 

Wenn Sie diese und andere Fragen mit ja beantworten, dann gehören Sie in eine Gruppe von Menschen mit geringem Herzinfarkt-Risiko. Wenn Sie aber mehrere Fragen verneinen müssen, würde es dann genügen, durch eine Umstellung des Lebensstils in die Gruppe jener Menschen mit geringem Risiko zu gelangen? 

Nehmen wir das Beispiel Rotweinkonsum (aber die Ernährung oder die Bewegung sind ebenso dafür geeignet). Keinen Rotwein zu konsumieren oder zu viel Rotwein zu konsumieren ist beides schlecht, optimal wäre es, ein bis zwei Achterln täglich zu konsumieren. 

Abgesehen von den vermuteten günstigen Inhaltsstoffen, die man ja eventuell auch synthetisch in Tablettenform konsumieren könnte, sagt dieser Lebensstil ja etwas anderes: wenn jemand regelmäßig Alkohol konsumiert und in diesem Konsum maßhalten kann, dann zeigt er die Fähigkeit, Maß halten zu können. 

Interessant ist dann aber, warum überhaupt kein Alkoholkonsum weniger günstig ist. Der Grund dürfte schon dem Philosophen Friedrich Nietzsche bekannt gewesen sein, als er sagte: "Es ist leichter, einer Sucht ganz zu entsagen als in ihr Maß zu halten." Wenn daher jemand dem Alkohol aus dem Weg geht, ist das einerseits löblich, anderseits kann es aber auch von der unbewussten Angst getragen sein, eben nicht Maß halten zu können. 

Kennzeichnet daher der Umstand, dass man regelmäßig wenig Alkohol konsumiert nicht eher einen Charakter? 

Wenn daher jemand, der davon gehört hat, das sich mäßiger Alkoholkonsum positiv auf das Herzinfarktrisiko auswirkt, diesem Konsum auch nachkommt, dann muss das nicht auch gleichzeitig den gewünschten Effekt haben, wenn eben nicht der Alkoholkonsum selbst sondern vielmehr die damit aufgezeigte Disziplin den Effekt herbeiführt.