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Mittwoch, 2. Januar 2008

Titanic kurz nach der Kollision mit dem Eisberg

Außer einer kurzen Erschütterung war nichts zu spüren; die Musik spielte weiter als wäre nichts geschehen. Nur die Verantwortlichen auf der Brücke ahnten, was auf sie zukommen würde.


Außer, dass die Zeitungen über Allzeit-Tiefs bei den Börsenkursen berichten, passiert eigentlich nichts. Die Urlauber fahren nach Thailand, die Weihnachtseinkäufe stagnieren kaum. Nur ein paar Spezialisten meinen, dass nichts so bleiben würde wie bisher.

Und das ist der ATX seit 1986. So, als wären die ganzen letzten zehn Jahre eine einzige Blase gewesen. 


So, wie bei der berühmten Tulpenzwiebelblase. 

Ich bezweifle, dass es hier nur um die Immobilienkredite in den USA geht. Für mich erscheinen die Versprechungen für arbeitsfreie Erträge, wie sie eben Fonds und noch riskantere Anlageformen ankündigen, die eigentlichen Problemkinder zu sein. Weil sie eine Art Perpetuum Mobile versprechen, das es aber nicht geben kann. Es funktioniert entweder auf Kosten anderer, wie zum Beispiel durch die Ausnützung verschiedener Märkte für Produktion und Absatz (diese Form ist zwar ethisch höchst zweifelhaft aber die Beteiligten wissen wenigstens, warum sie was machen) oder die Anlagewerte erreichen durch die hohe Nachfrage des anlagehungrigen Publikums ungeahnte Höhen, wie die Grafik zeigt; aber erst, wenn jemand die Wahrheit ausspricht (wie im Märchen von des Kaisers neuen Kleidern) wird offenbar, dass es sich um eine versteckte Form eines Pyramidenspiels handelt, wo die vermeintlichen Werte sich in für Laien unüberblickbarer Form über einige Stufen selbst den Wert garantieren.

Nun, der Untergang der Titanic besiegelte das Schicksal eines großen Teils der Besatzung. Wir werden ja noch erleben, welche Opfer unser Spiel am Markt noch haben wird.