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Dienstag, 29. April 2008

Ich bin Pantheist

Theisten beziehen Gott auf den Menschen, Christen sogar als ihr Ebenbild. Ist aber alles andere, was existiert, unbeseelt? Was ist die Seele aller Dinge?


Wikipedia: Pantheismus (griechisch pan = „alles, ganz“; theós = „Gott“) bedeutet, die Gottheit bzw. „das Göttliche“ in allen Erscheinungen der Welt zu sehen (Allgottglaube). Somit vertritt der Pantheismus die Ansicht, dass das Universum gleichbedeutend mit Gott ist.
Mir gefällt der pantheistische Ansatz sehr gut. 

Ich favorisiere das "Fiala"-Modell, bei dem die "Steuerung der Welt" durch den Zufall und durch nichts sonst erfolgt. Der Weltenlenker, den Theisten postulieren, sitzt in meinem Modell in jedem einzelnen Baustein dieser Welt, ruht auch in allen Vorgängen, die unkorreliert zueinander stehen. 

Der Name "Gott" gefällt mir nicht aber es ist kein anderer vorhanden. Des pantheistischen Gottes Eigenschaften weichen wesentlich von jenen eines theistischen Gottes ab. Zum Beispiel ist der pantheistische Gott keineswegs allwissend (was auch für die Theisten problematisch sein dürfte) oder allmächtig (denn das würde man mit einem Wollen verbinden). Ob mein Gott ewig ist, würde ich eher bezweifeln, da er an diese Welt gebunden ist und wir keine Aussagen über ein Davor oder Danach machen können. 

Die Welt wurde weder geplant noch wird sie gelenkt, niemand wird belohnt oder bestraft. Was auf dem Boden seiner Umwelt existenzfähig ist, bleibt bestehen. Viele Menschen bemühen sich, den Vorgaben eines Theistischen Gottes zu entsprechen, weil sie seine Rache (Juden), Strafe (Christen) fürchten, doch auch wenn jemand den Armen gibt, bleibt eine schwarze Seele schwarz. Alles, was wir erleben, beweist, dass menschliches Handeln und ein ersehntes Leben in keinerlei Zusammenhang stehen. Der Zufall ist unerbittlich, weil der Mensch seine langfristig ausgleichende Gerechtigkeit nicht erfahren kann, weil er nur einmal geboren wird und dann auch noch sehr kurz lebt. Seine Stärke, die Gerechtigkeit spielt aber der Zufall nur dann aus, wenn man Zeit hat; unendlich viel Zeit.

Ohne auf die Details der Weltwerdung überhaupt eingehen zu müssen, kann man mit Hilfe des Anthropischen Prinzips den Schluss ziehen, dass nicht "jemand" die Anfangsbedingungen dieser Welt so eingestellt hat, damit wir existieren können ("Gottes Plan", "Intelligent Design") sondern weil wir existieren, müssen die Anfangsbedingungen so gewesen sein, wie sie für unsere Existenz notwendig sind.