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Dienstag, 6. Mai 2008

Gott ist ein Konstrukt des Menschen

Warum sind Götter praktisch allen Völkern wichtig? Ist es die intuitive Erkenntnis, dass dem Menschen eine objektive Sicht der Welt ewig vorenthalten bleiben wird, weil er Teil der Welt ist?

Bei einem unserer Spaziergänge ist mir ein Umstand aufgefallen, der für mich neu war aber nach einiger Suche sich als schon sehr alt herausgestellt hat: 

Gott ist eine Kreation des Menschen. 

Unsere eigene Religion zeigt das besonders plastisch. Der Mensch hat Gott nach seinem Ebenbild erschaffen (obwohl der biblische Ausspruch diesen Umstand gerade umkehrt). 

Gott ist jener Standpunkt, der uns als Mensch verwehrt bleiben muss, jener, der über unser eigenen Einsicht liegt. Also nichts Materielles, sondern nur etwas auf den Menschen bezogenes. Ohne Mensch, kein Gott. Das Universum braucht Gott nicht, wir brauchen Gott.


Bild aus eine Byte Cover von Robert Tinney

Das obige Bild zeigt, wie eine Schöpfung auf den Schöpfer zurückwirkt, egal, wer der Schöpfer ist. Was immer wir erfinden, es wirkt auf uns selbst zurück. Autos, Handies, Computer, Gott. Das Bild ist übrigens ein Coverbild der frühen Computerzeitschrift Byte von Robert Tinney. http://www.tinney.net/

Wir brauchen Gott, um jenen Standpunkt zu erkennen, den wir selbst nicht einnehmen können, weil wir Teil des Systems sind. Während wir folgenden Satz nicht sagen können: "Alle Menschen sind Lügner.", kann Gott das sehr wohl.