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Freitag, 6. Juni 2008

Wer im Alter Golf spielt, hat eine höhere Lebenserwartung

...berichtete gestern (5.6.2008) "Heute", Wiener U-Bahnzeitung. Doch diese Meldung ist in schlechter Gesellschaft von vielen anderen statistischen Übungen, die den Menschen glauben machen, dass es genügt, einer Gruppe anzugehören und damit die Vorteile dieser Gruppe beanspruchen zu können. Die Frage ist aber, ob der festgestellte Zusammenhang wirklich Ursache und Wirkung vergleicht. Die in "Heute" zitierte Studie belegt, dass Golfer durchschnittlich 5 Jahre länger leben.


Genau so ergeht es jenen Weinkonsumenten, die genau ein Achterl Rotwein pro Tag trinken aber auch jenen, die einer gehobenen Bildungsschicht angehören oder jenen, die Schi fahren. Wenn man durch Verhaltensänderung dafür sorgt, dass man in diese Gruppen fällt, ist ein biblisches Alter ja fast schon sicher. Oder doch nicht?

Mir scheint, dass hier Legionen von Soziologie-Studenten Praktikumsarbeiten, Diplomarbeiten oder sogar mehr abliefern, mit dem Auftrag irgend einer Lobby, Zusammenhängen auf den Grund zu gehen.

Voriges Jahr gab es doch tatsächlich bei Hofer ein Set für Golfer! Diese Investition, gemeinsam mit einer Mitgliedschaft in einem Golf-Club sollte also gereicht haben, das Leben um 5 Jahre zu verlängern! 

Ich vermute dagegen, dass man hier eine Fehlbeurteilung begeht. Nicht, dass diese Untersuchung nicht stimmen sollte, vielmehr untersucht sie ein Symptom und geht nicht der Ursache auf den Grund.

Wer sind denn die Golfspieler? Das sind Menschen, die es geschafft haben, die sich diesen Sport leisten können, die sich in dem gesellschaftlichen Biotop der Reichen bewegen wollen und können. Menschen, die auf ihre Gesundheit achten, die sich das auch leisten können. 

Diese Gruppe hat aber ganz unabhängig vom Golf eine höhere Lebenserwartung, was man aus viel grundlegenderen Studien weiß. Wenn man daher gleichzeitig annimmt, dass eben Golfer zur sozialen Oberschicht gehören und diese Oberschicht eben mehr auf ihre Gesundheit schaut und sich das auch leisten kann, dann ist ja diese Untersuchung leicht vorherzusagen.

Wenn sich also ein weniger gebildeter, weniger wohlhabender Mensch auf einen Golfplatz verirrt und glaubt jetzt irgendwo dazuzugehören und vielleicht auch, dass er jetzt damit eine höhere Lebenserwartung haben wird, der irrt sich. Denn die Lebenserwartung wird nur am Rande durch das Golfen viel mehr aber durch die sonstigen Lebensumstände beeinflusst.

Die höchste Lebenserwartung für Männer in Europa ist übrigens in San Marino. Männer, auf nach San Marino, oder vielleicht doch nicht? Besser wäre es, gesund zu leben!