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Montag, 25. August 2008

Verkehrsfunk bei den Nachbarn

Wenn einer eine Reise nach Deutschland tut, dann kann er über erstaunliche Meldungen aus der dortigen Verkehrsredaktion berichten. Achtung Autofahrer, ...


…auf der Autobahn laufen Personen 'rum.

Kein Wort davon, dass ein Unfall passiert wäre und sich daher an der Unfallstelle Personen bewegen auf die zu achten ist, nein, "es laufen Personen 'rum" (die etwas suchen, vielleicht ihr Auto, die Fangen spielen, die sich einfach die Füße vertreten...).

…auf der Autobahn liegen Gegenstände

Das kann jetzt aber viel sein: Nägel, Glasscherben, Autoteile, Autos, Wohnungseinrichtungen, Strohballen, Ladungen von LKWs... Suchen Sie sich was aus.

…auf der Autobahn laufen Tiere

Ja und? Welche? Ameisen, Elefanten, Krokodile oder gar Frösche?

Es war jedenfalls lustig, dem Südwestfunk zuzuhören, weil diese Meldungen nicht nur einmal  sondern immer wieder vorgekommen sind. 

Übrigens hörten wir während einer Woche keine einzige Meldung über einen Falschfahrer(Geisterfahrer). Der Grund ist nach meinen Beobachtungen sehr einfach: in Österreich mündet die Autobahn in die Bundesstraße aber in Deutschland mündet die Bundesstraße in die Autobahn.

Der Unterschied ist folgender: 

Wer in Österreich bei einer Autobahnauffahrt falsch auffährt, kann seinen Fehler nicht mehr korrigieren, denn er befindet sich auf einer Einbahnstraße in der falschen Fahrtrichtung kann wegen der Mittelleitschiene nicht mehr auf die richtige Fahrbahn wechseln.

In Deutschland dagegen ist die Autobahnauffahrt noch eine Bundesstraße und die Auffahrt auf und Abfahrt von der Autobahn ist dieselbe Fläche ohne Leitschiene dazwischen. Und daher muss der Fahrer, der fälschlicherweise auf der linken Fahrbahnseite einfährt nur die Rechtsfahrordnung einhalten und wird dadurch automatisch auf die richtige Seite umgelenkt.

Sonntag, 17. August 2008

Die versunkene Welt am Strom

Wer heute das Strombad Kritzendorf besucht, braucht einige erklärende Worte, um diese Welt zu verstehen.


Gerade in den letzten Tagen habe ich ein Buch über das Dorf gelesen, in dem ich als Kind aufgewachsen bin: Kritzendorf an der Donau. Ich ging dort in den 50er- und 60er-Jahren regelmäßig ins Strombad und wunderte mich über Hunderte Kästchen, von denen nur einige wenige belegt waren. Wo waren all die Leute? 

Heute ist es mir klar: in der Zeit vor 1938 war dieses Bad ein Paradies und das Wiener Bürgertum stürmte diesen Strand an den Toren von Wien. Natürlich waren viele jüdische Familien darunter, vielleicht waren sie sogar in der Mehrzahl. Aber damals waren Juden noch kein Problem. Erst als die Nazis kamen, machte die Bewegung auch vor meinem kleinen Kritzendorf nicht halt und Schilder wie "Juden ist der Zutritt verboten" machten Schluss mit dem Paradies. Die Hüttenbesitzer wurden enteignet und kehrten nicht wieder zurück. Entweder, weil sie tot waren oder, weil sie auswandern mussten und sich nach dem Krieg eine Rückkehr nicht wieder vorstellen konnten (es gab auch keine Einladung seitens der österreichischen Regierung). 

Heute dümpelt der einst so begehrte Strand vor sich hin. Eine Welt ist versunken vor unseren Augen und niemand weiß mehr davon. 

Wer weiß noch, dass damals Linienschiffe und tolle Motorboote beim Gasthaus Lanzendörter (heute Sienel) anlegten? Wer weiß noch, dass im Pavillon den Strandbades die Wiener Symphoniker musizierten?