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Dienstag, 25. November 2008

Die Ewiggestrigen können es nicht lassen

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Man hat den Eindruck, dass die Aufarbeitung der Vergangenheit in Deutschland mit deutscher Gründlichkeit und nicht mit österreichischem Augenzwinkern erfolgt. Der Sender Phoenix ist ein prominenter Beleg dafür. 

In Österreich ist man weit weniger konsequent.

Uns Österreichern kann man aber zubilligen, dass wir in unserem Land ein Element vorfinden, das es in dieser Form in Deutschland nie gegeben hat: den Anschlussgedanken, der bis in das Jahr 1848 zurückverfolgt werden kann. Damals hatte diese Idee denselben Stellenwert für die deutschsprachigen Länder der Monarchie wie die entsprechenden Ideen der Ungarn, Italiener und Tschechen. Dass sich diese Idee schließlich in einem Weltkrieg gegen andere richtete ist tragisch.

Die Aufarbeitung der NS-Zeit räumt jetzt mit beiden Ideen gleichermaßen auf: mit den Träumen vom "1000-jährigen Reich" aber auch mit den Träumen von Großdeutschland. 

Die derzeitige politische Landschaft eines vereinten Europa macht großdeutsche Ideen entbehrlich. Der "Anschluss" ist praktisch wirtschaftlich vollzogen und regt niemanden auf und wird durch die weitgehende Bewahrung der Eigenständigkeit der Nationalstaaten auch nicht so empfunden. 

Dass der wirtschaftliche Anschluss vollzogen ist, kann man am Verkauf der AUA an die Lufthansa sehen, ein Vorgang, der vor 20 Jahren nicht denkbar gewesen wäre. Dass die Eigenständigkeit gegeben ist, kann man bei jeder einschlägigen Fußballbegegnung der beiden Länder sehen. Eigentlich ein toller Erfolg der Europapolitik.

Leider wollen die Ewiggestrigen diese Realität nicht wahr haben.