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Sonntag, 23. November 2008

Klöster, wozu?

Klöster gibt es in vielen Weltreligionen.


Es gibt aber Zeiten, in denen Klöster nicht nur eine Randerscheinung sind (so wie heute, hier bei uns) sondern ein wichtiger Umstand im Leben der Menschen dartstellen.

In einer der heutigen Morgensendungen von Oe1 (So. 23. Nov. 2009) wurde berichtet, dass in den 1930er-Jahren 50% der männlichen Bevölkerung der Mongolei in Klöstern gelebt hat. Dazu muss man wissen, dass die Mongolei das am dünnsten besiedelte Land der Welt ist (neben Grönland).

Das Hochland von Tibet, ebenfalls ein sehr karges Land, ist uns ebenfalls als eine Hochburg von Klöstern bekannt.

Das Christentum verzeichnet im frühen Mittelalter zahlreiche Klotergründungen. Welchen Zweck haben aber die Klöster? Die Antwort von Theologen und auch der Wikipedia ist einfach: "Ein Kloster ist eine Anlage, in der Menschen (meist Mönche oder Nonnen) in einer auf die Ausübung ihrer Religion konzentrierten Lebensweise zusammenleben."

Nun glaube ich nicht, dass Menschen eine Klosterkarriere ohne einen gewichtigen Grund akzeptieren.

Der Grund ist eine Bevölkerungszunahme, die ohne Regelung zu einer einschneidenden Versorgungsnot führen würde.

Und Klöster lösen dieses Problem in zweifacher Hinsicht:

Einerseits werden karge Ressourcen in einer kommunistischen Art und ohne Wettbewerb auf alle Mönche und Nonnen verteilt; niemand muss verhungern.

Anderseits erfolgt durch Verzicht auf Nachkommen eine natürliche Kontrolle des Bevölkerungswachstums. Mönch und Nonne werden durch die größere Nähe zu Gott entschädigt. Dieser Wert wird durch die Kirchen mit geeignetem "Marketing" als entsprechend erstrebenswert aufgebaut. Insgesamt ein friedlicher Ansatz zur Bewältigung früher demografischer Probleme.

Die wichtigste Frage beantworten aber Geschichtsbücher nicht: ist diese Wirkung des Klosterlebens auf die Bevölkerung ein von den gebildeten klerikalen Schichten geplantes Verhalten oder handelt es sich um ein sich selbst Sinn gebendes und nützliches Verhalten?