Seiten

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Warum wir bei PISA nicht vorne sind

  1. Man kriegt, was man bezahlt. Der Lehrergehalt wird aus der Anzahl der gehaltenen Stunden errechnet; ein Stundenlöhner sozusagen. Wenn die Berichte von Lehrerkollegen stimmen, scheint das Wichtigste im Schuljahr die Leistungsbeurteilung und gegebenenfalls Selektion der Schüler zu sein und nicht, was konkret vom Team Lehrer-Schüler geleistet wurde.
  2. Der Lehrer beurteilt seine Leistung selbst, er gibt das konkrete Bildungsziel im Rahmen des Lehrplans selbst vor (er passt seinen Unterricht dem Klassenschnitt an). Es ist daher nahe liegend, dass dieselbe Schulstufe in verschiedenen Schulen und bei verschiedenen Lehrern ganz unterschiedliche Qualität hat (Änderung ist durch eine Zentralmatura im Entstehen, muss sich aber zuerst auf allen Niveaus durchsetzen)
  3. Die Form des PISA-Tests ist für Schüler in Österreich sehr neuartig, ist aber in Ländern mit zentralisierten Prüfungssystemen an der Tagesordnung. 

Ich habe den Eindruck als würden österreichische Schüler in konkreten Details viel mehr wissen (weil ja jeder Lehrer seine individuellen Stärken betonen kann), diese aber bei einem allgemein gehaltenen Test nicht abgerufen werden.

Wenn dagegen ein Bildungssystem weniger konkret ist, mehr Wert auf Verständnis, Kommunikation, Teamwork, Soziale Fähigkeiten usw. legt, kann es bei allgemein gehaltenen Tests besser abschneiden.

Genaugenommen ist das aber der Kern der Kritik, dass eben Bildungsinhalte in Österreich zu wenig zentralisiert vorgegeben und kontrolliert werden.