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Samstag, 29. Januar 2011

The Fool On The Hill

Day after day alone on the hill,

The man with the foolish grin is keeping perfectly still,
But nobody wants to know him,
They can see that he's just a fool,
And he never gives an answer,
But the fool on the hill
Sees the sun going down,
And the eyes in his head,
See the world spinning around.

Well on his way his head in a cloud,
The man of a thousand voices talking percetly loud
But nobody ever hears him,
Or the sound he appears to make,
And he never seems to notice,
But the fool on the hill
Sees the sun going down,
And the eyes in his head,
See the world spinning around.

Nobody seems to like him
They can tell what he wants to do.
And he never shows his feelings,
Sees the sun going down,
And the eyes in his head,
See the world spinning around.

Tag für Tag, allein auf einem Hügel, 
der Mann mit dem dämlichen Grinsen bleibt völlig still. 
Doch niemand möchte ihn kennen, 
sie sehen, dass er nur ein Dummkopf ist. 
Und er gibt nie eine Antwort, 
doch der Dummkopf auf dem Hügel sieht die Sonne untergehn, 
und seine Augen sehen, wie die Welt sich dreht. 

Rüstigen Schritts, Kopf in einer Wolke, 
der Mann mit den 1000 Stimmen spricht mächtig laut. 
Aber niemand hört ihn jemals, 
oder den Klang, den er scheinbar hervorbringt. 
Und offensichtlich bemerkt er’s nicht, 
doch der Dummkopf auf dem Hügel sieht die Sonne untergehn, 
und seine Augen sehen, wie die Welt sich dreht. 

Und niemand scheint ihn zu mögen, 
sie wissen zu sagen, was er im Sinn hat. 
Und niemals zeigt er seine Gefühle, 
aber der Dummkopf auf dem Hügel sieht die Sonne untergehn, 
und seine Augen sehen, wie die Welt sich dreht. 
Er hört nie auf sie, 
er weiß, dass sie die Idioten sind. 
Sie können ihn nicht leiden. 
Der Dummkopf auf dem Hügel sieht die Sonne untergehn, 
und seine Augen sehen, wie die Welt sich dreht.

Paul McCartney, John Lennon

Donnerstag, 27. Januar 2011

Fußballgott und andere Götter

Ein Fußballfan beschwört den Fußballgott, die Bayern mögen doch gegen Aachen verlieren, damit Gerechtigkeit in der Welt einkehre. Leider wurde dieser Wunsch nicht erhört, das Wunder ist ausgeblieben.


Das erinnert mich an ein Plakat der Caritas: das nur folgenden Text enthält, geschrieben von zittriger Hand eines alten Menschen: "Über die Abwesenheit Gottes. Er ist nicht hier. Er hört mir nicht zu. Meine Schmerzen sind ihm egal."

Also eine viel bessere Übereinstimmung der Leiden der Menschen an sich und der Leiden der Fußballfans gibt es ja schon fast gar nicht.

Die Pointe ist aber, dass dieser Schriftzug beim Plakat mit roter Schrift durchgestrichen ist und daneben in roter Schrift ein Hinweis auf die Caritas und das Hospiz-Rennweg ist. 



Es ist irgendwie unerhört, dass die Kirche diese letzte Botschaft eines sterbenden Menschen als falsch darstellt. Ich meine, man muss den Satz so stehen lassen wie er war: 



Die Leistungen der Caritas und der Diakonie will ich damit nicht schmälern. Aber mit Gott hat das nichts zu tun. Gott ist in den meisten Fällen nur eine Parabel für Machtansprüche, die man nur nicht ausspricht. Eine Legitimation.

Mittwoch, 19. Januar 2011

Warum tragen junge Musliminen (modische) Kopftücher?

Warum tragen junge Musliminen (modische) Kopftücher?

Können wir auch etwas zu Integration beitragen oder liegt es nur an den Migranten, sich zu integrieren? Nein, wir müssen nicht zum Islam konvertieren und auch die Moslems müssen nicht katholisch werden. Aber ein bisschen Distanz zu der jeweils eigenen Religion würde nicht schaden; uns auch nicht.

Wer schon das Bild meiner Urgroßmutter oder auch noch meiner Großmutter gesehen hat, weiß, dass Kopftücher nichts Ungewöhnliches sind. Sie haben ihren Platz in unserer kulturellen Entwicklung. In den Zwanziger Jahren war es zum Beispiel ganz normal, dass auch die Männer nur mit Kopfbedeckung unterwegs waren. 

Es gibt aber einen Unterschied zwischen den Kopftüchern der Alten und den Kopftüchern der jungen Musliminen. Während die älteren Generationen (oft religiösen) Traditionen folgen, die eine Kopfbedeckung vorschreiben, ist das Kopftuch der jungen Muslimin ein modisches Accessoire mit einer deutlichen Signalwirkung, ganz anders als das Kopftuch ihrer Mutter. 

Ich finde, dass diese Kopftücher als lokale Kultur des Heimatlandes mitgebracht wurde und hier bei uns als das Zeichen für "ich bin eine Muslimin"  verwendet werden; auch ein Zeichen dafür, dass eine Integration muslimischer Immigranten viel langwieriger ist, als anderer Volksgruppen. 

Migranten sind integriert, wenn sie von der Mehrheitsbevölkerung akzeptiert sind und sie selbst sich als Österreicher fühlen und verhalten. Warum geht diese Integration so langsam vor sich, beziehungsweise wann findet sie statt?

Integration findet statt, wenn Begegnungen zwischen Migranten und der Mehrheitsbevölkerung nicht nur in gegenseitigem Respekt, gegenseitiger Wertschätzung sondern auch in freundschaftlichen und familiären Beziehungen stattfindet. Jemand, der solche Beziehungen pflegt, hat es schon viel schwerer, zu einem Strache-Plakat Ja zu sagen. Aber diese Beziehungen finden nicht statt. Der Grund ist leider die Religion.

In unseren Breiten findet Begegnung in öffentlichen Gaststätten statt. In diesen Gaststätten wird für Moslems Verbotenes angeboten: Schweinefleisch und Alkohol. Daher treffen sich Muslime dort vorzugsweise nicht sondern gründen eigene Treffpunkte. Eigentlich lauter ehrenwerte Menschen, denn sie stehen zu ihren Werten und sind dadurch vertrauenerweckend und berechenbar. Leider erzeugt aber dieses Verhalten keine Freunde, denn man bleibt eben unter sich. Parallelgesellschaft, wenn auch aus durchaus achtbaren Gründen.

Engere und sogar familiäre Bande wären der endgültige Kitt zwischen Migranten und der Mehrheitsbevölkerung. Diese werden aber durch die religiösen Vorschriften des Islam erschwert bis verunmöglicht.

Gläubige Moslems dürfen andersgläubige Frauen heiraten, müssen aber die Kinder im muslimischen Sinne erziehen (und es gibt genug Berichte über solche gescheiterten interkonfessionelle Ehen).

Gläubigen Musliminen ist aber die Heirat mit Andersgläubigen grundsätzlich untersagt. Was muss daher ein junges muslimisches Mädchen tun, deren Familie einen hohen Wert auf die Einhaltung der religösen Regeln hält? Sie ist nicht mehr in ihrem anatolischen Dorf, in dem vielleicht noch die Väter den Schwiegersohn bestimmen. Sie muss ihren Partner "in der freien Wildbahn" finden. Sie muss aber irgendwie zum Ausdruck bringen, dass es ein Muslim sein soll. Und dazu ist ein schmuckes Kopftuch ein sehr attraktives Signal. 

Nach meiner Ansicht sind daher die Kopftücher der jungen Musliminen einfach das Signal, dass nur ein Moslem als Partner in Frage kommt und natürlich auch gleichzeitig ein Signal dafür, dass hier keine Integration im Sinne einer interkonfessionellen Beziehung erwünscht ist. Parallelgesellschaft eben.

Die Integration von Muslimen durch freundschaftliche und familiäre Beziehungen kann daher erst dann erfolgen, wenn der Stellenwert der Religion marginalisiert wird und Kinder weder christlich noch muslimisch erzogen werden, wenn man sich in einem gemeinsamen Gasthaus treffen kann ohne von jemandem dafür getadelt zu werden.

Österreich ist für eine solche Säkularisierung schlecht vorbereitet. Zwei Konkordate räumen der katholischen Kirche eine eigentlich unglaubliche Stellung bei der Erziehung der Jugend ein. Praktisch ein Drittel der Pflichtschulen sind in der Hand der Kirche. Sogar die Lehrerausbildung ist getrennt und das betrifft nicht nur Religionslehrer. Es gibt Mathematik-, Deutsch- und Englisch-Lehrer, die auf "Katholischen Pädagogischen Hochschulen" ausgebildet werden und solche, die an "nur" "Pädagogischen Hochschulen" ausgebildet werden. 

Wenn daher von den Migranten Anpassung im Sinne eines Verzichts auf die Ansprüche ihrer religiösen Vorschriften verlangt wird, dann muss man die eigene Stellung zur eigenen Kirche kritischer beleuchten und sich von den Kreuzen in den Schulklassen befreien, den Religionsunterricht in das Private verschieben, kirchennahe Schulen säkularisieren, kurz: die beiden Konkordate aufkündigen. Mehr als 250 Jahre nach dem Toleranzpatent wäre das höchst an der Zeit.

Die Frau Ministerin für Inneres irrt, wenn sie (in der gestrigen Fernsehdiskussion über Integration) meint, dass die Religion das Recht eines Einzelnen ist und nicht das einer Gruppe, denn eine Religionsgemeinschaft wird nur anerkannt, wenn eine ausreichende Zahl von Bekennern registriert wurde. Religion kann nur eine Gruppe von Menschen haben. und Gruppen müssen sich organisieren können, müssen Versammlungsräume errichten dürfen.

Wenn ein Einzelner glaubt, öffentlich verkündet und für wahr erklärt, was sich Religionen nicht genieren zu tun, kommt er in eine Psychiatrie. Wenn das aber eine Religionsgemeinschaft zum Programm macht, bekommt sie in Österreich einen Sonderstatus und darf sogar eigene Schulen betreiben.

Wenn man daher katholische, evangelische und jüdische Schulen zulässt, muss man zukünftig auch moslemische Schulen zulassen. Will man das hingegen nicht, dann muss man fairerweise die Haltung gegenüber der katholischen Kirche überdenken und die Konkordate einseitig aufkündigen und den Einfluss der Religion in der Schule reduzieren.

Für eine religionsfreie Schule. 

Aber auch für ein klarere Rangordnung der Grundrechte: religiöse Texte haben keinen Wert, wenn sie gegen andere Rechte verstoßen. Islamische Gesetzbücher sind ohne Wert genau so wie Kurse für Exorzisten im Vatikan oder der Zölibat. Ein Festhalten an diesen religiösen Mythen erscheint wie ein Festhalten an den Lehren des Dritten Reichs. Letzteres ist aber in Österreich verboten.Was muss nicht noch alles (im Namen der Religion) passieren, damit man auch hier klare Worte zu religiösem Unsinn (jedweder religiösen  Fakultät) findet und auf Distanz zu ihren Wahrheitsansprüchen geht.

Mittwoch, 12. Januar 2011

Tischerlrücken

Ich habe es zwar nicht selbst gemacht aber oft miterlebt, dass meine älteren Verwandten am Abend zusammengesessen sind, um das Tischerl-Orakel zu befragen. 


Jemand in der Runde stellte laut eine Frage und das Tischchen sollte für die Antwort "ja" zum Beispiel einmal und für "nein" dreimal klopfen. Es gab auch Fragen, die sich einer der Teilnehmer nur dachte (etwas sehr Persönliches etwa, was nicht alle wissen sollten). 

Es war sicher kein Taschenspielertrick irgendeines der Teilnehmer dabei, dazu haben die TeilnehmerInnen zu oft gewechselt und alle wollten sie nur etwas über sich, die Vergangenheit oder die Zukunft erfragen. Es waren vorwiegend Frauen beteiligt. 

Ich habe mich oft gefragt, warum sich der Tisch bewegt und die plausibelste Antwort ist folgende: Es muss eine gewisse Bereitschaft der Beteiligten vorhanden sein, an die Möglichkeit eine Bewegung zu glauben (und sie daher nicht versuchen, eine stattfindende Bewegung willentlich zu unterbinden). Wer immer in der Runde eine unbewusste Bewegung der Hände auslöst, die den Tisch nur unmerklich beeinflusst, diese Bewegung dürfte von den Teilnehmern unbewusst verstärkt werden, weil sie ja von allen gewollt ist. Aber niemand würde sagen, er habe die Bewegung ausgelöst, er hat nur einer bestehenden Bewegung nachgegeben. Das Bewusstsein dürfte uns in dieser Situation einen Streich spielen. Es kommt zu einer Art  kollektiven Handlung ohne persönliches Handlungsbewusstsein. 

Dass es sich aber um unerklärliche Phänomene handeln würde, das glaube ich nicht.

Die Antworten des Tisches interpretierte meine Mutter so: sie war sicher, dass der Tisch mit seinen Antworten, die Gefühle, die Wünsche, das Wissen der jeweils "stärksten" Person widerspiegelt. Und war auch die Person, zu der sich das Tischchen geneigt hat. 

Eine wahre Begebenheit war folgende: in den Kriegsjahren war die wichtigste Frage, wann denn die Männer vom Fronteinsatz zurückkommen würden. Normalerweise hätte der Tisch die Anzahl der Monate oder Wochen durch mehrmaliges Neigen angezeigt, doch er blieb still. Erst als man nach Tagen fragte, neigte sich der Tisch ganz leicht. Man beendete zornig die Sitzung. Die Überraschung war aber, dass tatsächlich der Mann meiner Tante am nächsten Morgen vor der Tür stand, also nicht einmal einen Tag später, so wie es das Tischchen angezählt hat.

Wie man das nun interpretieren will, als Wunschdenken, Zufall oder eine Art Geschenk an die Tante (weil jemand in der Runde durch ein zufällig entgegengenommenes Telefonat oder durch einen anderen Soldaten vom bevorstehenden Heimaturlaub erfahren hat und die Tante damit überraschen wollte), das liegt natürlich im Dunkeln.

Aber wichtig ist, dass die Beteiligten an die Möglichkeit an einer Bewegung glauben und es auch zulassen. Meine Großmutter war ganz groß in dieser Disziplin. Sie fühlte sich für den Tod ihres Kindes im Ersten Weltkrieg verantwortlich und wollte über den Tisch Antworten auf diese und andere Fragen: bin ich schuld oder nicht? 

Ja und mein Großvater, ein großer Kritiker der ganzen Sache, hat sich als Hersteller eines extrem leichten und sehr hohen Tisches beteiligt. Als aber einmal dieser Tisch - der übrigens auch auf einem Bein tanzen konnte - nicht verfügbar war, hat es einen Ersatztisch gegeben, und mit dem hat es auch funktioniert, vielleicht nicht so elegant.

Das alles erlebte ich vor etwa 50 Jahren, als diese Welt meiner Verwandten noch existierte. Der Realismus der Jetztzeit lässt solche Freizeitbeschäftigungen nicht mehr zu. Ich beschäftige mich in diesen Tagen damit, die Stimmen meiner Eltern, die sich auf manchen Tonbandaufnahmen finden, zu archivieren, um noch einen kleinen Blick auf diese Zeit zu erhalten.