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Mittwoch, 19. Januar 2011

Warum tragen junge Musliminen (modische) Kopftücher?

Warum tragen junge Musliminen (modische) Kopftücher?

Können wir auch etwas zu Integration beitragen oder liegt es nur an den Migranten, sich zu integrieren? Nein, wir müssen nicht zum Islam konvertieren und auch die Moslems müssen nicht katholisch werden. Aber ein bisschen Distanz zu der jeweils eigenen Religion würde nicht schaden; uns auch nicht.

Wer schon das Bild meiner Urgroßmutter oder auch noch meiner Großmutter gesehen hat, weiß, dass Kopftücher nichts Ungewöhnliches sind. Sie haben ihren Platz in unserer kulturellen Entwicklung. In den Zwanziger Jahren war es zum Beispiel ganz normal, dass auch die Männer nur mit Kopfbedeckung unterwegs waren. 

Es gibt aber einen Unterschied zwischen den Kopftüchern der Alten und den Kopftüchern der jungen Musliminen. Während die älteren Generationen (oft religiösen) Traditionen folgen, die eine Kopfbedeckung vorschreiben, ist das Kopftuch der jungen Muslimin ein modisches Accessoire mit einer deutlichen Signalwirkung, ganz anders als das Kopftuch ihrer Mutter. 

Ich finde, dass diese Kopftücher als lokale Kultur des Heimatlandes mitgebracht wurde und hier bei uns als das Zeichen für "ich bin eine Muslimin"  verwendet werden; auch ein Zeichen dafür, dass eine Integration muslimischer Immigranten viel langwieriger ist, als anderer Volksgruppen. 

Migranten sind integriert, wenn sie von der Mehrheitsbevölkerung akzeptiert sind und sie selbst sich als Österreicher fühlen und verhalten. Warum geht diese Integration so langsam vor sich, beziehungsweise wann findet sie statt?

Integration findet statt, wenn Begegnungen zwischen Migranten und der Mehrheitsbevölkerung nicht nur in gegenseitigem Respekt, gegenseitiger Wertschätzung sondern auch in freundschaftlichen und familiären Beziehungen stattfindet. Jemand, der solche Beziehungen pflegt, hat es schon viel schwerer, zu einem Strache-Plakat Ja zu sagen. Aber diese Beziehungen finden nicht statt. Der Grund ist leider die Religion.

In unseren Breiten findet Begegnung in öffentlichen Gaststätten statt. In diesen Gaststätten wird für Moslems Verbotenes angeboten: Schweinefleisch und Alkohol. Daher treffen sich Muslime dort vorzugsweise nicht sondern gründen eigene Treffpunkte. Eigentlich lauter ehrenwerte Menschen, denn sie stehen zu ihren Werten und sind dadurch vertrauenerweckend und berechenbar. Leider erzeugt aber dieses Verhalten keine Freunde, denn man bleibt eben unter sich. Parallelgesellschaft, wenn auch aus durchaus achtbaren Gründen.

Engere und sogar familiäre Bande wären der endgültige Kitt zwischen Migranten und der Mehrheitsbevölkerung. Diese werden aber durch die religiösen Vorschriften des Islam erschwert bis verunmöglicht.

Gläubige Moslems dürfen andersgläubige Frauen heiraten, müssen aber die Kinder im muslimischen Sinne erziehen (und es gibt genug Berichte über solche gescheiterten interkonfessionelle Ehen).

Gläubigen Musliminen ist aber die Heirat mit Andersgläubigen grundsätzlich untersagt. Was muss daher ein junges muslimisches Mädchen tun, deren Familie einen hohen Wert auf die Einhaltung der religösen Regeln hält? Sie ist nicht mehr in ihrem anatolischen Dorf, in dem vielleicht noch die Väter den Schwiegersohn bestimmen. Sie muss ihren Partner "in der freien Wildbahn" finden. Sie muss aber irgendwie zum Ausdruck bringen, dass es ein Muslim sein soll. Und dazu ist ein schmuckes Kopftuch ein sehr attraktives Signal. 

Nach meiner Ansicht sind daher die Kopftücher der jungen Musliminen einfach das Signal, dass nur ein Moslem als Partner in Frage kommt und natürlich auch gleichzeitig ein Signal dafür, dass hier keine Integration im Sinne einer interkonfessionellen Beziehung erwünscht ist. Parallelgesellschaft eben.

Die Integration von Muslimen durch freundschaftliche und familiäre Beziehungen kann daher erst dann erfolgen, wenn der Stellenwert der Religion marginalisiert wird und Kinder weder christlich noch muslimisch erzogen werden, wenn man sich in einem gemeinsamen Gasthaus treffen kann ohne von jemandem dafür getadelt zu werden.

Österreich ist für eine solche Säkularisierung schlecht vorbereitet. Zwei Konkordate räumen der katholischen Kirche eine eigentlich unglaubliche Stellung bei der Erziehung der Jugend ein. Praktisch ein Drittel der Pflichtschulen sind in der Hand der Kirche. Sogar die Lehrerausbildung ist getrennt und das betrifft nicht nur Religionslehrer. Es gibt Mathematik-, Deutsch- und Englisch-Lehrer, die auf "Katholischen Pädagogischen Hochschulen" ausgebildet werden und solche, die an "nur" "Pädagogischen Hochschulen" ausgebildet werden. 

Wenn daher von den Migranten Anpassung im Sinne eines Verzichts auf die Ansprüche ihrer religiösen Vorschriften verlangt wird, dann muss man die eigene Stellung zur eigenen Kirche kritischer beleuchten und sich von den Kreuzen in den Schulklassen befreien, den Religionsunterricht in das Private verschieben, kirchennahe Schulen säkularisieren, kurz: die beiden Konkordate aufkündigen. Mehr als 250 Jahre nach dem Toleranzpatent wäre das höchst an der Zeit.

Die Frau Ministerin für Inneres irrt, wenn sie (in der gestrigen Fernsehdiskussion über Integration) meint, dass die Religion das Recht eines Einzelnen ist und nicht das einer Gruppe, denn eine Religionsgemeinschaft wird nur anerkannt, wenn eine ausreichende Zahl von Bekennern registriert wurde. Religion kann nur eine Gruppe von Menschen haben. und Gruppen müssen sich organisieren können, müssen Versammlungsräume errichten dürfen.

Wenn ein Einzelner glaubt, öffentlich verkündet und für wahr erklärt, was sich Religionen nicht genieren zu tun, kommt er in eine Psychiatrie. Wenn das aber eine Religionsgemeinschaft zum Programm macht, bekommt sie in Österreich einen Sonderstatus und darf sogar eigene Schulen betreiben.

Wenn man daher katholische, evangelische und jüdische Schulen zulässt, muss man zukünftig auch moslemische Schulen zulassen. Will man das hingegen nicht, dann muss man fairerweise die Haltung gegenüber der katholischen Kirche überdenken und die Konkordate einseitig aufkündigen und den Einfluss der Religion in der Schule reduzieren.

Für eine religionsfreie Schule. 

Aber auch für ein klarere Rangordnung der Grundrechte: religiöse Texte haben keinen Wert, wenn sie gegen andere Rechte verstoßen. Islamische Gesetzbücher sind ohne Wert genau so wie Kurse für Exorzisten im Vatikan oder der Zölibat. Ein Festhalten an diesen religiösen Mythen erscheint wie ein Festhalten an den Lehren des Dritten Reichs. Letzteres ist aber in Österreich verboten.Was muss nicht noch alles (im Namen der Religion) passieren, damit man auch hier klare Worte zu religiösem Unsinn (jedweder religiösen  Fakultät) findet und auf Distanz zu ihren Wahrheitsansprüchen geht.