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Freitag, 2. September 2011

Pro Linksvorrang

Ein Kreisverkehr war immer schon ein Mittel zur Beruhigung komplexer Kreuzungssituationen. In den letzten Jahren ist aber der Kreisverkehr auch ein allgemeines Rezept zur Verkehrsverlangsamung und auch zur Vermeidung von Geisterfahrern, kurz zu einem Allheilmittel für Verkehrsprobleme geworden.

So ein Kreisverkehr ist eine Art künstlicher Schikane, die indirekt das Gaspedal von Rasern steuert; weniger aber durch den Kreisverkehr selbst sondern dadurch, dass dem Kreisverkehr Vorrang gegeben wird und dadurch der Einfahrende langsamer werden muss.

Optional sind üppig gestaltete Fels- oder Blumenarrangemenents in der Mitte des Kreisverkahrs, die dem potentiellen Raser die Sicht nehmen. Ob sich dieser dann mangels Sicht für eine Verlangsamung der Fahrt entscheidet (und daher der Kreisverkehr wie gewünscht funktioniert) oder er den Kreisverkehr nur als eine willkommene Abwechslung der rasenden Fahrt versteht, kann schwer vorausgesagt werden. Fest steht aber, dass ganz allgemein Unfälle mit Todesfolgen zurückgehen und wahrscheinlich auch die Kreisverkehre ihren Anteil daran haben.

Das Problem, das ich sehe, ist, dass es jetzt zunehmend zwei völlig verschiedene ungeregelte Kreuzungssituationen gibt, nämlich die im Stadtgebiet üblichen ganz normalen Kreuzungen mit Rechtsvorrang und die Kreisverkehre mit Linksvorrang. Je mehr Kreisverkehre auf einer Fahrstrecke liegen, desto häufiger kommt es zu dem "wo-schaue-ich-zuerst-hin"-Problem.

Würde man zu einer generellen Regel des Linksvorrangs übergehen, erledigt sich das Problem, denn dann würde bei allen ungeregelten Kreuzungen dasselbe Prinzip gelten: der Linkskommende hat Vorrang.

Wunder gestern und heute

Früher war alles in der Natur ein Wunder, heute sind zwar vieles erklärt, die Welt der Technik kreiert aber an der Stelle der früheren Wunder viele neue Wunder, die von den Menschen genau so wenig verstanden werden wie früher.


Wunder hängen damit zusammen, dass man sich etwas nicht erklären kann und dieses Ereignis in diese Kategorie einreiht. In früheren Epochen zählte praktisch alles dazu. Menschen waren ungebildet, abhängig von den Wissenden, die ihnen Wissen in erträglichen und der Sache dienenden Portionen zuführten. Was von der Kanzel nicht erklärt wurde, war ein Wunder. Für Christen ein sichtbares Wirken Gottes auf dieser Welt, für meinen Urgroßvater, der an mährischen Teichen des Nachts phosphoreszierendes morsches Holz beobachtet hatte, waren es Wassermänner und Nixen (die Tschechen waren schon immer distanziert gegenüber dem christlichen Glauben).

Mit der Neuzeit, den Entdeckungen, der stärker werdenden Rolle der Wissenschaften wurden viele der bisherigen Rätsel gelöst, die Wunder wurden in den Bereich des Erklärbaren geholt, Die Domäne des Wunderbaren beschränkte sich zunehmend auf kleiner werdende Bereiche, die noch dazu im täglichen Leben ohnehin nicht sichtbar sind. Ob ein Atom nun das kleinste Teilchen ist oder noch weiter geteilt werden kann oder seine Bausteine noch weiter geteilt werden können, ist zwar wissenschaftlich interessant aber dem Normalverbraucher doch ziemlich egal.

Wenn es also auch nicht so ist, der moderne Durchschnittsmensch hat das Gefühl, dass Wunder im Sinne von Schöpfung, Unerklärliches auf dieser Welt nicht vorkommen. Nicht, dass er selbst alle Vorgänge verstehen würde. Nicht der Einzelne verfügt über das Wissen über die verborgenen Mechanismen sondern die Menschheit insgesamt.

Mit zunehmender Technisierung der Welt entstehen moderne Wunder. Unsere Welt wird gebildet von einen Unzahl mehr oder weniger nützlicher Produkte, die durch moderne Technik möglich wurden. Wir modellieren die Welt nach unseren Bedürfnissen. Trotzdem die Menschen insgesamt diese Welt formen, bleiben doch dem Einzelnen die Wirkungsweise der komplexen Zusammenhänge verborgen. So klar dem Menschen die Bedienung eines Telefons ist, so wenig versteht er von den Warums und Wies seiner Funktionen. Warum es überhaupt funktioniert und auf welchen physikalischen Grundlagen es beruht. Man ist geneigt von modernen Wundern zu sprechen und doch besteht ein Unterschied zu der mittelalterlichen Wunderwelt. Damals schienen alle Dinge, die man benutzte, wie Geschenke Gottes, heute sind sie selbstgemacht. Das Rätsel darüber aber ist gleich. Nur wird heute niemandem einfallen, die modernen Wunder als Gottes Geschenk oder Schöpfung zu benennen; warum aber nicht? Was wäre der Unterschied?

Wir sind ein Werkzeug der Schöpfung. Wir beschleunigen die Evolution und schaffen eine neue Welt in der natürlichen Welt. Mit neuen Rätseln, neuen Herausforderungen, und wer letztlich dahintersteckt, das wissen wir heute so wenig, wie von Tausenden Jahren.

Warum gibt es so viel Leid in der Welt?

Diese Frage von Barbara Stöckl im KURIER vom 9.8.2007 beantwortet Kardinal Schönborn so: Die Antwort, meint er, müsse man „oben“ erfragen, so man einst die Gelegenheit dazu hat.


Die Welt ist so, wie wir sie kennen. Folgen wir der alten Idee einer Schöpfung (obwohl wir inzwischen wissen, dass es sie im wörtlichen Sinne nicht gibt), dann muss alles Seiende einen Sinn haben, also auch das Leid. Sinnloses überlebt nicht all zu lange. Es ist eine zu einfache Erklärung, dass es eben Gottes Wille wäre, dass manche Menschen leiden und andere nicht. Die Wahrheit ist, dass überhaupt nur das Leid und – wenn man so will, das Böse – die Geschicke dieser Welt leitet und nicht eine von allen gewollte friedliche Koexistenz.
  • Jedes Virus stählt unsere Abwehrkraft.
  • Jede Wange, die wir einem Gegner hinhalten bestärkt uns in unserer Rolle als Christ.
  • Ohne Krankheiten gäbe es keine Medizin.
  • Ohne Faulheit gibt es keine Erfindungen.
  • Ohne Klimaänderung gibt es keinen Klimaschutz.
  • Die Art, wie wir unsere Behausungen bauen wird nicht durch die sonnigen Tage sondern durch Stürme und Niederschläge geprägt.
  • Das Schloss in der Tür wäre ohne Einbrecher nicht nötig.
  • Wer braucht Arbeit? Wenn uns etwas Spaß macht, ist es eigentlich keine Arbeit und scheint sicher zu sein, nur, wenn jemand etwas mit einer inneren Freude macht, gelingt es auch zufriedenstellend.
  • Armin Wolf stellte in der ZIB-2 zwei österreichische Weltmeister im Jonglieren vor. Sein Kommentar: „Was man alles tun kann, um nicht arbeiten zu müssen.“

Stell Dir vor eine Semmel kostet 25,- Euro!

Geldentwertung? Keineswegs! Ganz normaler Breitbandtarif.


Und wie kommt man auf die 25,- Euro?

Ganz einfach: Bei Deinem Bäcker wird angeboten: 50 Semmeln pro Monat um 12,- Euro. Du rechnest nach: 24 Cent pro Semmel. Das ist OK, Du kaufst. Du bezahlst bei Deinem Bäcker am Monatsersten 12,- Euro und darfst dann Semmeln holen wann immer Du willst; täglich zwei oder 14 jeden Montag, oder alle auf einmal.

Lies aber auch das klein Gedruckte.

Wenn Du zum Beispiel Besuch bekommst, daher momentan mehr Semmeln brauchst und dann gegen Monatsende Dein Semmelkontingent von 50 Semmeln aufgebraucht ist, zahlst Du für jede weitere Semmel 25,- Euro!

Rechne nach am Beispiel des Breibandtarifs von A1: 5 GB um 12,- Euro, jedes weitere MB 0,25 Euro.

50 Semmeln entsprechen 5000 MB = 5GB und kosten 12,- Euro.

Eine Semmel entspricht 100 MB und kostet 0,24 Euro.

Die 51. Semmel (das sind weitere 100 MB) aber kostet 25 Euro, weil ein 1MB zusätzlich 0,25 Euro kostet.

Ein unredlicher Vertrag! Der Preis der 51. Semmel ist durch keinen fertigungstechnischen Umstand zu rechtfertigen und zwar wegen der Freizügigkeit des Bezugs der ersten 50 Semmeln. Wäre die Produktion der ersten 50 Semmeln zum Beispiel an eine nicht zu übersteigende Fertigungsmenge eines regelmäßigen Bezugs gebunden (2 Semmeln pro Tag), dann könnte man eventuell verstehen, dass man die 51. Semmel wegen fehlender Fertigungskapazitäten teuer zukaufen müsste. Weil aber beim Bezug der ersten 50 Semmeln absolute Freizügigkeit besteht, denn man kann ja alle an einem beliebigen Tag verbrauchen und das können alle anderen Kunden auch, gibt es keinen technischen Grund für den hohen Preis der 51. Semmel außer den der gezielten Abzocke.

Wozu wir eine Regulierungsbehörde haben, verstehe ich nicht. In einer kaufmännischen Schule lernt man solche Kalkulationen nicht.

Was mich besonders stört, ist der Umstand, dass es zu diesem Modell kein Alternativmodell gibt, in dem Sinn, dass man zahlt, was man konsumiert, auch wenn dann das MB teurer wäre.