Seiten

Freitag, 2. September 2011

Pro Linksvorrang

Ein Kreisverkehr war immer schon ein Mittel zur Beruhigung komplexer Kreuzungssituationen. In den letzten Jahren ist aber der Kreisverkehr auch ein allgemeines Rezept zur Verkehrsverlangsamung und auch zur Vermeidung von Geisterfahrern, kurz zu einem Allheilmittel für Verkehrsprobleme geworden.

So ein Kreisverkehr ist eine Art künstlicher Schikane, die indirekt das Gaspedal von Rasern steuert; weniger aber durch den Kreisverkehr selbst sondern dadurch, dass dem Kreisverkehr Vorrang gegeben wird und dadurch der Einfahrende langsamer werden muss.

Optional sind üppig gestaltete Fels- oder Blumenarrangemenents in der Mitte des Kreisverkahrs, die dem potentiellen Raser die Sicht nehmen. Ob sich dieser dann mangels Sicht für eine Verlangsamung der Fahrt entscheidet (und daher der Kreisverkehr wie gewünscht funktioniert) oder er den Kreisverkehr nur als eine willkommene Abwechslung der rasenden Fahrt versteht, kann schwer vorausgesagt werden. Fest steht aber, dass ganz allgemein Unfälle mit Todesfolgen zurückgehen und wahrscheinlich auch die Kreisverkehre ihren Anteil daran haben.

Das Problem, das ich sehe, ist, dass es jetzt zunehmend zwei völlig verschiedene ungeregelte Kreuzungssituationen gibt, nämlich die im Stadtgebiet üblichen ganz normalen Kreuzungen mit Rechtsvorrang und die Kreisverkehre mit Linksvorrang. Je mehr Kreisverkehre auf einer Fahrstrecke liegen, desto häufiger kommt es zu dem "wo-schaue-ich-zuerst-hin"-Problem.

Würde man zu einer generellen Regel des Linksvorrangs übergehen, erledigt sich das Problem, denn dann würde bei allen ungeregelten Kreuzungen dasselbe Prinzip gelten: der Linkskommende hat Vorrang.