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Freitag, 2. September 2011

Stell Dir vor eine Semmel kostet 25,- Euro!

Geldentwertung? Keineswegs! Ganz normaler Breitbandtarif.


Und wie kommt man auf die 25,- Euro?

Ganz einfach: Bei Deinem Bäcker wird angeboten: 50 Semmeln pro Monat um 12,- Euro. Du rechnest nach: 24 Cent pro Semmel. Das ist OK, Du kaufst. Du bezahlst bei Deinem Bäcker am Monatsersten 12,- Euro und darfst dann Semmeln holen wann immer Du willst; täglich zwei oder 14 jeden Montag, oder alle auf einmal.

Lies aber auch das klein Gedruckte.

Wenn Du zum Beispiel Besuch bekommst, daher momentan mehr Semmeln brauchst und dann gegen Monatsende Dein Semmelkontingent von 50 Semmeln aufgebraucht ist, zahlst Du für jede weitere Semmel 25,- Euro!

Rechne nach am Beispiel des Breibandtarifs von A1: 5 GB um 12,- Euro, jedes weitere MB 0,25 Euro.

50 Semmeln entsprechen 5000 MB = 5GB und kosten 12,- Euro.

Eine Semmel entspricht 100 MB und kostet 0,24 Euro.

Die 51. Semmel (das sind weitere 100 MB) aber kostet 25 Euro, weil ein 1MB zusätzlich 0,25 Euro kostet.

Ein unredlicher Vertrag! Der Preis der 51. Semmel ist durch keinen fertigungstechnischen Umstand zu rechtfertigen und zwar wegen der Freizügigkeit des Bezugs der ersten 50 Semmeln. Wäre die Produktion der ersten 50 Semmeln zum Beispiel an eine nicht zu übersteigende Fertigungsmenge eines regelmäßigen Bezugs gebunden (2 Semmeln pro Tag), dann könnte man eventuell verstehen, dass man die 51. Semmel wegen fehlender Fertigungskapazitäten teuer zukaufen müsste. Weil aber beim Bezug der ersten 50 Semmeln absolute Freizügigkeit besteht, denn man kann ja alle an einem beliebigen Tag verbrauchen und das können alle anderen Kunden auch, gibt es keinen technischen Grund für den hohen Preis der 51. Semmel außer den der gezielten Abzocke.

Wozu wir eine Regulierungsbehörde haben, verstehe ich nicht. In einer kaufmännischen Schule lernt man solche Kalkulationen nicht.

Was mich besonders stört, ist der Umstand, dass es zu diesem Modell kein Alternativmodell gibt, in dem Sinn, dass man zahlt, was man konsumiert, auch wenn dann das MB teurer wäre.