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Samstag, 11. August 2012

Ein Brite gewinnt 180 Millionen...


Ein Brite gewinnt 180 Euro-Millionen und man fragt sich, ob es nicht besser wäre, wenn es 190 Gewinner mit je einer Million geben sollte

Ist es wirklich so verwunderlich, dass man solche Spielsysteme schafft?

So ganz nicht; wir lassen es auch in der realen Wirtschaft zu dass wenige Prozent der Bevölkerung den größten Anteil am Gesamtvermögen haben. Dafür gibt es folgende Gründe:
  1. weil Wirtschaft einfach so funktioniert. Wenn man man es ihr erlaubt, dass man billig produzieren und teuer verkaufen kann (Ausbeutung ist legal oder es gibt eben verschiedene Standards) und 
  2. wegen des Erbrechts und 
  3. wegen Moses: "du sollt nicht stehlen", verstärkt durch Calvin: "Reichtum ist gottgefällig". 
Außerdem, sollte mein Nachbar die Million bekommen, werde ich mich fragen, warum ihm denn nicht 500.000 genügen. 

Kurz: "Reichtum ist Zufall oder Diebstahl". Da man aber (laut Moses) nicht stehlen soll, ist Reichtum illegal.
Es ist grundsätzlich natürlich ein Vorteil für uns alle, wenn nicht gestohlen wird, wenigstens nicht im kleinen Stil. Aber dieser Grundsatz schützt auch die großen Vermögen und niemand fragt, woher diese kommen; sie sind "wohlerworben" solange man nicht Unregelmäßigkeiten aufdeckt.

Dass man nicht stehlen soll wird umso wichtiger, je reicher jemand ist.

Wir wählen die falschen Prinzipien, wir beten zu den falschen Göttern.

Aber es gibt Grundsätze, die man beherzigen könnte, die aber derzeit nur dekorativen Wert haben; zum Beispiel den Grundsatz der Deutschen Verfassung: "Reichtum verpflichtet".

Fragen wird doch den Millionengewinner (und dabei gehört der noch gar nicht zu den wirklichen "Gewinnern") welche Verpflichtung er für den Mann empfindet, der in der Londoner Innenstadt betteln muss, und wie er gedenkt, einer solchen Verpflichtung nachzukommen, so es einmal ein solchen Gesetz gäbe.